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Emmerich: Trucker fahren für kranke Kinder

Emmerich : Trucker fahren für kranke Kinder

Am 26. Mai findet zum fünften Mal die Benefiz-Veranstaltung "Wunderland Kalkar on Wheels" statt. Krebskranke Kinder erleben eine Lkw-Ausfahrt durchs Grenzgebiet, vormittags ist eine Show der Lastwagen in der Messehalle.

So begeistert sind nicht zuletzt die Trucker selbst von der Aktion, dass noch viel mehr mitmachen würden, wenn das die Örtlichkeiten nicht überfordern würde. Innerhalb von 90 Minuten hatten sich 90 Lkw-Fahrer gemeldet, als kürzlich zur Teilnahme am fünften "Wunderland Kalkar On Wheels" aufgerufen wurde. "Wer einmal dabei war, kann kaum anders, als immer wieder mitmachen, denn es ist ein Wahnsinns-Erlebnis, die Freude dieser Kinder zu erleben", sagt Daniel Schewe, "Asphalt Cowboy" der gleichnamigen Fernsehsendung.

In der Doku geht es um den harten Alltag der Brummifahrer - aber Schewe kann sich gut vorstellen, dass die ganz gewöhnlichen Tage vieler Familien noch viel härter sind. Weil sie nämlich ein schwer krankes Kind haben. Vor allem krebskranke Kinder sind es, denen mit der Lkw-Ausfahrt ein schöner, aufregender Tag bereitet wird. Welche Strapazen immer hinter den Kleinen liegen oder was sie auch in den kommenden Wochen, Monaten, manchmal Jahren erwartet: Die Freude dieses Tages haben sie sicher. "Es ist eine total emotionale Erfahrung, dabei zu sein. Das lässt niemanden kalt", sagt Schewe, der bei diesem Anlass schon viele "harte Männer" mit Tränen in den Augen gesehen hat.

Am Samstag, 26. Mai, wird sich der Tross diesmal vom Freizeitpark aus in Bewegung setzen. An Bord jedes Brummis ein krankes Kind, neben ihm auf dem Bock ein erfahrener Lastwagenfahrer. Geschwisterkinder und einige Eltern fahren im Begleitbus mit, während überall an den Straßen begeisterte Menschen winken. Von Hönnepel aus über die Dörfer, über den Rhein bei Emmerich, die Promenade entlang, Stippvisite in's-Heerenberg, Stopp am Kalkarer Marktplatz und zurück zum Wunderland - das ist die Route.

Josefa Hartjes-de Ruiter, in vielfacher Hinsicht Betroffene, weil sie selbst ein behindertes Kind hat, mit geistig Behinderten arbeitet und in ihrem Dorf Wissel in vielen Vereinen aktiv ist, weiß, dass die Wisseler ebenso wie die Nachbarn in Grieth und Hönnepel auf den großen Tag gut vorbereitet sind und sich sehr freuen. "Überall wird mit Fähnchen gewunken, Luftballons werden aufgeblasen, die Feuerwehr spritzt Wasser, es gibt Musik", sagt sie. "Für die Bürger ist es eine Selbstverständlichkeit, sich zu engagieren", betont sie.

Frank Fleßler vertritt die Elterninitiative Kinderkrebsklinik in Düsseldorf, wo die meisten kleinen Patienten behandelt werden. Er weiß, was dieser Tag den Kindern bedeutet. "Die Einladung ist auf der Station immer ein Riesenthema. Wer in diesem Jahr nicht dabei sein kann, weil er gerade in einer akuten Behandlungsphase ist, plant die Teilnahme fürs nächste Jahr", sagt er. Die Vorfreude und Neugierde gäben den Kindern Kraft. Und auch für die Eltern sei es ein gutes Gefühl, "zu sehen, dass so viele Menschen an unsere Kinder denken".

Bereits am Vormittag will das "Trucker Festival" ganz viele Interessierte in die Messehalle locken. Dort gibt es Show-, Arbeits- und viele andere Trucks zu sehen, allerlei zu kaufen und natürlich Essen und Trinken. Bull-Riding und Hüpfburgen sorgen für Spaß bei Großen und für Kleinen. Je mehr umgesetzt wird, desto größer fällt die Spende an die Kinderkrebsklinik und einige andere wohltätige Einrichtungen aus.

Auch die Städte und Ortsteile an der Strecke wollen Geld sammeln und übergeben, zudem sponsern zahlreiche Unternehmen die Veranstaltung. Unterwegs sein wird der Tross aus 100 Lkw bis etwa 15 Uhr. Eine Facebook-Liveschalte liefert ab 17 Uhr Interviews und Rückblicke zur Veranstaltung.

(RP)