Emmerich: Trauer um Hans Rühl

Emmerich: Trauer um Hans Rühl

Der langjährige Schulleiter und RP-Autor ist im Alter von 87 Jahren gestorben.

Bis 2016 spielte er die Orgel zum Gottesdienst, 76 Jahre im Dienst der Musica Sacra. Mit neun Jahren saß er das erste Mal oben auf der Empore über der Gemeinde und begleitete den Gesang im Gottesdienst. Es war der Tag des Überfalls der Wehrmacht auf die Niederlande. Wenige Jahre später wurde er gefirmt, von Clemens August Graf von Galen. Musik, Kirche, Krieg, van Galen als der Löwe von Münster und - auch berufsbedingt - Schule waren die Themen, die Hans Rühl sein Leben lang umtrieben. Über die er redete, über die er in der Rheinischen Post schrieb, über die er im Heimatkalender veröffentlichte. Als verlässlicher historischer Autor und vor allem aber als Zeitzeuge.

Jetzt ist Hans Rühl tot. Er wurde 87 Jahre alt. Vieles, was er als Zeitzeuge mitzuteilen hatte, was ihn beschäftigte, bleibt der Nachwelt erfahrbar, es lebt in seinen Schriften fort. Fast vier Jahrzehnte schrieb er für den Heimatkalender. Krieg, Musik, die Kirche und die Schule waren auch hier seine Themen. In einem Rückblick nannte er 2016 als Höhepunkte eine Liedbegleitung auf der Klais-Orgel im Limburger Dom für Spätaussiedler, die bei der Führung keinen Organisten hatten und begeistert sangen, ein kurzes Spiel auf der Rieger-Orgel im schlesischen Zülz, der Heimat seiner Frau. Diese Firma baute 1992 die neue Orgel in der Klever Propsteikirche und später auch die neue Domorgel in Essen, fügte er an. Schule, Studium und 41 Lehrerjahre in Nütterden und Kranenburg erlaubten ihm aber nur, während seiner Freizeit seiner großen Vorliebe für die Musica Sacra nachzugehen.

Hans Rühl war nicht nur Organist, er schrieb für die RP jahrzehntelang über die Konzerte im Klever Land, von Elten bis Xanten, von Kevelaer bis Geldern. Sein Fachwissen war anerkannt, sein Urteil ebenso. Er las in den Konzerten - wenn möglich - die Partituren mit, konnte milde oder scharf in seinem Urteil sein. Als er nicht mehr mit dem Auto fahren konnte, gab er die Kritiken ab.

Der letzte Artikel in der RP erschien vor einem halben Jahr. Er erinnert an die Lepraärztin Ruth Pfau, die in Karatschi beerdigt wurde. Gestern wurde Hans Rühl beigesetzt.

(mgr)