1. NRW
  2. Städte
  3. Emmerich

Isselburg: Trauer um Adolf Radstaak

Isselburg : Trauer um Adolf Radstaak

Der Isselburger Bürgermeister ist gestern im Alter von 58 Jahren gestorben. Er galt als volksnah und bodenständig. Trotz seiner schweren Krankheit nahm er sein Amt bis zuletzt wahr.

Mit Bestürzung haben gestern viele Isselburger auf den Tod von Adolf Radstaak reagiert. Der 58-Jährige war am Donnerstagvormittag nach schwerer Krankheit gestorben. Der gelernte Maschinenschlosser aus Werth war sieben Jahre Isselburgs Verwaltungschef.

2004 war er zum Bürgermeister gewählt worden. Die Sympathie der Wähler hatte sich das langjährige Ratsmitglied damals durch eine ungewöhnliche Wahlkampfaktion erarbeitet, bei der er auf der Fiets von Haus zu Haus fuhr und sich als Kandidat vorstellte. Das sollte sich auszahlen. Obwohl die CDU eine deutliche Mehrheit für den Isselburger Rat holte, ließ der bürgernahe und bodenständige Radstaak seinen Konkurrenten von der Union, Heinz Streuff, hinter sich und zog als Nachfolger von Margret Koch ins Rathaus ein.

Noch deutlicher sollte der Abstand zu seiner Herausforderin Brigitte Stockhorst (CDU) bei seiner Wiederwahl fünf Jahre später sein. Und dass, obwohl Radstaaks Amtszeit von großem politischen Zwist geprägt war. Das atmosphärische Verhältnis zur CDU, aber vor allem auch zu den Grünen war oft gestört. Während die Opposition Radstaaks Politikstil kritisierte und ihm mangelnde Transparenz und Kooperationswillen vorwarf, fühlte sich der Bürgermeister oft einer mutwilligen Blockadepolitik ausgesetzt.

Und dennoch gelang es ihm immer wieder Akzente zu setzen – allen voran in der Schulpolitik, aber auch beim Thema Abwasser. In seine Amtszeit fielen dazu der Verkauf des Werther und des Anholter Rathauses sowie der Umzug der Verwaltungsstelle Anholt in ein angemietetes Gebäude in der Hüttenstraße. Den Traum, ein Bürgerzentrum am Stromberg zu errichten, musste Radstaak indes aufgeben. Die Finanzen der Stadt gaben das nicht her.

Adolf Radstaak war ein Sozialdemokrat durch und durch. Fast 40 Jahre gehörte er der Partei an, zu der er durch Willy Brandts Friedenspolitik gestoßen war. Das Soziale und der Einsatz für Familien lagen ihm deshalb genauso am Herzen wie die Planungen für ein bürgerfreundlicheres Isselburg.

Obwohl von seiner Krankheit bereits schwer gezeichnet, nahm Adolf Radstaak bis zuletzt sein Amt wahr. Bei einem seiner letzten öffentlichen Auftritte vor gut 14 Tagen konnte er noch einmal einen großen Erfolg verkünden: Als eine von bundesweit nur zwölf Kommunen erhält Isselburg eine Förderung von 1,4 Millionen Euro für das neue Klärwerk.

Adolf Radstaak hinterlässt Frau, zwei Kinder und drei Enkelkinder, auf die er besonders stolz war.

(RP)