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Tom-Sawyer-Schreibwettbewerb der Stadt Rees geht in seine neunte Auflage

Tom-Sawyer-Wettbewerb : „Rollentausch“ beim Schreib-Kontest

Der deutschlandweit ausgeschriebene Tom-Sawyer-Wettbewerb der Stadt Rees geht in seine neunte Auflage. Schüler der Klassen fünf bis 13 können ab sofort ihre Beiträge einreichen. Für die fünf besten Geschichten gibt es Geldpreise.

„Rollentausch” lautet das Motto des Schreibwettbewerbs, zu dem die Stadt Rees zum neunten Mal deutschlandweit alle Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 13 aufruft.

Heiner Frost, der den Preis vor 17 Jahren mit Andreas Daams aus der Taufe hob, sowie Bürgermeister Christoph Gerwers, Kulturamtsleiterin Sigrid Mölleken, Büchereileiter Thomas Dierkes und Vertreter der Sponsoren Sparkasse Rhein-Maas und innogy stellten jetzt die Regeln des Wettbewerbs vor: Die Texte der Nachwuchsschriftsteller können bis zu zwei Din-A4-Seiten lang sein und dürfen vorher in keinem Buch veröffentlicht worden sein.

„Wir haben erneut ein Motto gewählt, das viel Spielraum für Interpretationen lässt“, sagt Heiner Frost und fügt hinzu: „Würden wir gar kein Motto vorgeben, was durchaus schon diskutiert wurde, wäre das für einige Jugendliche eine Blockade.“ Nach einem Filterprozess sei von ursprünglich 26 Ideen am Ende das Thema „Rollentausch“ übrig geblieben. „Es gab Leute, die auf Knien darum gefleht haben, dass wir diesmal ein positives Thema haben“, sagt Heiner Frost. Vor zwei Jahren, als Beiträge zur Vorgabe „Ohne mich!“ verfasst wurden, hätten Krankheit, Tod und Verzweiflung dominiert.

Das führte aber auch dazu, dass viele dieser Geschichten bis heute unvergessen sind. „Als Schauspieler Michael Dick die Geschichte vorlas, die aus der Sicht eines abgetriebenen Kindes geschrieben wurde, war das ein besonders eindringlicher Gänsehautmoment“, erinnert sich Bürgermeister Gerwers.

Der Tom-Sawyer-Preis wird alle zwei Jahre ausgelobt. Die meisten Geschichten, nämlich 542, wurden vor zehn Jahren eingesandt. 2016 waren es nur 175, 2018 immerhin mehr als 200. Die Stadt Rees wird in diesen Tagen wieder viele Schulen in Deutschland anschreiben und auch die Werbemaßnahmen im Internet verstärken. Doch letztlich zähle „Qualität statt Quantität”, sagt Thomas Dierkes. Wenn Schulen ganze Klassen „zwingen“ würden, am Wettbewerb teilzunehmen, wäre das Ergebnis vermutlich etwas ermüdend für die acht Juroren.

Drei Mitglieder der Jury sind erstmals dabei: Die Reeser Künstlerin Carla Gottwein, der Weseler Schriftsteller und Journalist Erwin Kohl, der in der Reeser Bücherei schon zwei Schreibworkshops für Jugendliche geleitet hat, und Kulturamtsleiterin Sigrid Mölleken entscheiden nun gemeinsam mit den bewährten Juroren Angela Furtkamp, Dr. Claudia Gronewald, Heiner Frost, Ludger Kazmierczak und Michael Scholten über die Siegergeschichten in vier Altersklassen.

Die Autoren der erstplatzierten Geschichten erhalten jeweils 300 Euro, die zweiten Plätze 200 Euro und die Plätze drei bis fünf jeweils 100 Euro. Dazu gibt es einen Sachpreis und eine Reise nach Rees zur Preisverleihung.

Die 40 besten Geschichten erscheinen außerdem als Buch, das Verleger Andreas Daams nach wie vor in der Literaturreihe „edition anderswo“ veröffentlichen wird.

(Michael Scholten)