Theo van Doornick feierte sein 40-jähriges Priester-Jubiläum

Kirche : „Auf Erden habe ich alles“

Theo van Doornick feierte in diesem Jahr sein 40-jähriges Priester-Jubiläum. Vor acht Jahren wechselte er ganz bewusst von einer großen in eine kleine Gemeinde. Er schätzt das Dörfliche in Elten und Hüthum.

Er ist eine Marke. Sehr beliebt. Ein umgänglicher Typ. Pfarrer Theo van Doornick feierte in diesem Jahr sein 40-jähriges Priester-Jubiläum.

„Die Arbeit macht mir immer noch Spaß“, sagt der 66-Jährige. Aber warum ist van Doornick überhaupt Seelsorger geworden? „Ich war von zuhause aus schon dahingehend geprägt“, schildert der gebürtige Keppelner (bloß nicht Uedemer sagen), der auf einem Bauernhof aufwuchs. Auch die schulische Zeit im Collegium Augustinianum Gaesdonck bestärkte seinen Weg noch. Und nicht unwichtig: „Ich kann gut mit Leuten.“ Kommunikation gehört zu seinen Stärken.

Am 3. Juni 1979 weihte ihn Bischof Heinrich Tenhumberg in Münster zum Priester. „Meine erste Kaplan-Stelle sollte dann St. Aldegundis Emmerich und St. Antonius Vrasselt sein. Ich habe damals im Pfarrhaus am Aldegundiskirchplatz gewohnt“, erzählt van Doornick. Auch in schöner Erinnerung seien ihm die Fahrten nach Meransen.

In dieser Zeit war er nebenberuflich als Diözesankaplan bei den Pfadfindern tätig – über zehn Jahre lang. 1983 zog es ihn für weitere fünf Jahre als Kaplan nach St. Josef in Bocholt, wo sein Schwerpunkt in einer großen Pfarrei die Jugendarbeit war. „Dass ich relativ lange als Kaplan eingesetzt wurde, war ein Vorteil. Ich hatte keine administrativen Aufgaben und konnte mich auf die Seelsorge konzentrieren“, sagt van Doornick.

Seine erste Stelle als Pfarrer trat der 66-Jährige dann im Oktober 1988 in Dinslaken, Heilig Blut, an, wo er satte 23 Jahre geblieben ist. „Nun war ich Chef eines Unternehmens mit Mitarbeiterverantwortung“, so van Doornick. Mit fast 60 Jahren wollte sich der Seelsorger nochmal verändern und in eine nicht so große Gemeinde wechseln: „Ich bin nicht so der Verwaltungsmann“, gibt van Doornick zu. Und der Niederrhein sollte es sein, „weil mir die Mentalität so gefällt.“

Es war wohl Schicksal, dass in dieser Zeit Pastor Berthold Heuberg verstarb. Ein Prozess der Fusion der Pfarreien von Elten, Hochelten und Hüthum, der schon zehn Jahre lief, wurde in diesem Moment finalisiert. Und neuer Leiter wurde Theo van Doornick. Es sei eine richtige Entscheidung gewesen, St. Vitus zur Pfarrkirche zu machen: „Die Kirche ist eine Landmarke“, sagt der Pfarrer. Von allen Seiten zu sehen, die älteste und schönste Kirche der Pfarrei. Ohnehin sei die Fusion äußerst geräuschlos verlaufen.

Die Grenznähe ist van Doornick sehr recht. Deutsch war einst seine erste Fremdsprache, hat er doch auf dem elterlichen Hof erst nur Platt gesprochen. Auch Niederländisch-Kenntnisse hat er sich angeeignet. Nun kommt ihm diese Dreisprachigkeit sehr entgegen: „Die Grenze wird in Elten und Hüthum nicht so stark wahrgenommen. Wir haben auch gute Kontakte nach Zevenaar und ‘s-Heerenberg. Die Leute hier haben schon Europa gelebt, da gab es Brüssel noch gar nicht.“

Ferner schätzt van Doornick das Dörfliche: „Im Gegensatz zu der Anonymität in manchen größeren Städten kennt und schätzt man sich hier. Man hilft sich hier.“

In der Pfarrei St. Vitus wird der Pfarrer unterstützt durch Diakon Manfred Wiskamp, Pastoralreferentin Regina Museler, Jesuiten-Pater Petrus Köst sowie Pastor Hubert Lemken, der mit 86 Lenzen noch aktiv ist. So könnten im Team die Aufgaben so verteilt werden, dass die Stärken jedes einzelnen zur Geltung kämen: „Die Menschen verstehen, dass der Pastor nicht überall sein kann.“

Wie hat das Bekanntwerden der Missbrauchsfälle in der Katholischen Kirche Theo van Doornick beeinflusst? „Ich war traurig und es hat mich furchtbar aufgeregt. Ich bin froh, dass das Bistum schnell Maßnahmen ergriffen hat. Jeder Fall geht an die Staatsanwaltschaft.“

Es sei auch gut, dass Schutzkonzepte entwickelt wurden. Auch St. Vitus sei dabei. Durch Schulungen und Prävention seien die Ehrenamtler heutzutage besser sensibilisiert, wenn es etwa ins Ferienlager geht.

Übrigens: Zu seinem Jubiläum wünschte sich Theo van Doornick Spenden für die Caritas Roman, einem ostrumänischem Ort. Hier würden Familien mit kleinen Kindern unterstützt, deren Väter im Ausland arbeiten. Oder Senioren, die in der siebten Etage eines Plattenbaus sozusagen festsäßen. „Ich bedanke mich sehr herzlich für die Großzügigkeit. 2044 Euro sind zusammengekommen. Ein schönes Geschenk. Auf Erden habe ich ja alles.“

(mavi)