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Emmerich: TBH: Wir sind nicht schuld am Kaster-Aus

Emmerich : TBH: Wir sind nicht schuld am Kaster-Aus

Die drohende Schließung des Emmericher Kolpingbildungswerkes im September sorgt für Empörung in der Stadt. Im Internet regiert die Wut. Derweil wehrt sich der Geschäftsführer des Theodor-Brauer-Haus gegen Vorwürfe.

Die Exklusiv-Nachricht der Rheinischen Post schlug am Dienstag in der Stadt ein wie eine Bombe. Wie berichtet, steht das Bildungswerk der Emmericher Kolpingfamilie vor dem Aus, eine Aufgabe der Ausbildungswerkstatt im Karl-Kaster-Haus ist wahrscheinlich. Aus diesem Grunde hat der Vorstand für Mittwoch, 27. Mai, zu einer Mitgliederversammlung geladen. Der laufende Betrieb der Werkstatt soll zum 1. September eingestellt werden, den jungen Leuten, die dort arbeiten, wird gekündigt. Sie sollen in andere Betriebe vermittelt werden. Auch die beiden Meister, die im Karl-Kaster-Haus arbeiten, sollen gehen.

Wer trägt die Schuld daran? Kritiker glauben, dass es das Theodor-Brauer-Hauses (TBH) ist. Seit Jahren gebe es Versuche der Klever, die Emmericher Einrichtung zu übernehmen. Im Internet kursierten diese Vorwürfe ebenfalls. Sogar Schmiergeldzahlungen vermutet mancher Nutzer.

Gegen Anschuldigungen hat sich gestern Bernd Pastoors gewehrt. Der TBH-Geschäftsführer erklärte in einem Schreiben an die RP: "Das Theodor-Brauer-Haus, Berufsbildungszentrum Kleve, und das Kolpingbildungswerk Emmerich bieten seit vielen Jahren auf der Grundlage eines Kooperationsvertrages Bildungsmaßnahmen und Berufsbildungsmaßnahmen an. Auftraggeber und Kostenträger für diese Angebote ist die Agentur für Arbeit. Ausbildungsplätze werden auch vom Jobcenter des Kreises Kleve finanziert."

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Die Vergabe dieser Aufträge erfolge im Rahmen eines Ausschreibungsverfahrens. Für 2015 habe die Agentur für Arbeit allerdings kein Angebot berufsvorbereitender Bildungsmaßnahmen in Emmerich ausgeschrieben. Ausbildungsplätze für benachteiligte Jugendliche seien, wie im Vorjahr, ebenfalls nicht geplant gewesen.

Pastoors weiter: "Sowohl Landrat Spreen als auch die Bürgermeister von Rees und Emmerich, Gerwers und Diks, haben versucht, in Gesprächen mit der Agentur für Arbeit diese Situation (rechte Rheinseite ohne eigenes Angebot) abzuwenden. Ihre Interventionen sind leider erfolglos geblieben."

Pastoors sieht auch das TBH im Nachteil: "Damit ist sowohl für das Kolpingbildungswerk als auch für das Theodor-Brauer-Haus ein Wegfall von Teilnehmerplätzen verbunden. Dies wollten alle Beteiligten verhindern."

Bernd Pastoors in dem Schreiben weiter: "Dem TBH in diesem Zusammenhang Übernahmeabsichten vorzuwerfen, entbehrt jeder Grundlage und schädigt den Ruf der Einrichtung und wirkt damit geschäftsschädigend."

Gestern erreichte die RP-Redaktion ein Brief der Emmericher Kolpingfamilie. Zufall oder nicht: Die Mitgliederversammlung ist auf die Zeit nach den Sommerferien verschoben worden. Sie sollte eigentlich am Sonntag, 31. Mai, stattfinden. Vier Tage vorher beschließt das Kolpingbildungswerk vermutlich sein eigenes Ende.

(RP)