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Rees: Sturm: Der Schock bleibt

Rees : Sturm: Der Schock bleibt

Die Windhose ist über den Niederrhein hinweggezogen, die Aufräumarbeiten sind in vollem Gange. Doch bei manchem sitzt der Schock über die Folgen des Sturms immer noch tief. Bei Ehepaar Stephan krachte ein Baum durch die Decke des Mobilheims.

Auch einige Tage nach der heftigen Windhose vom Freitag hat der Sturm vor allem rund um Haldern Spuren hinterlassen. In der Wittenhorst liegen viele umgestürzte Bäume. Auch in Schledenhorst gab es viele Schäden. Am Parkplatz an der Wertherbrucher Straße hat die Feuerwehr jede Menge Bruchholz aufgestapelt. Wer in nächster Zeit dort den Wald besucht, sollte vorsichtig sein, weil es gut sein kann, dass noch Äste von den Bäumen fallen.

Wohnwagen verwüstet

Für den größten Schreck hat der Sturm vermutlich auf dem Campingplatz Schulte Hagenhof an der B 8 in Sonsfeld gesorgt. Hier stürzte ein Baum mitten in ein Mobilheim und riss ein Loch ins Dach.

Der Wohnwagen ist komplett verwüstet. Es war reines Glück, dass niemand verletzt wurde. Heike Stephan hat immer noch den lauten Knall im Ohr, als der Baum in das Dach krachte. "Mein Mann kam gerade aus dem Wohnwagen und stand noch auf der Treppe. Wäre er nur etwas länger im Wagen geblieben, hätte das schlimme Folgen haben können", berichtet die 53-Jährige, die selbst nur zufällig im Freien war, weil sie eine Zigarette rauchen wollte. "Die hat mir wohl das Leben gerettet, sonst sitze ich nämlich immer genau an der Stelle, an der der Baum durch die Decke kam", meint sie.

Der Vorfall nimmt sie immer noch mit. Sie bekam einen Asthma-Anfall. "Der Schock sitzt tief. Wenn ich jetzt schon Regenwolken sehe, bekomme ich Angst, dass sich so etwas wiederholt."

Trost spendet ihr der Rückhalt, den sie bei den anderen Campern auf dem Platz findet. "Alle Bekannten packen hier mit an, sie versuchen zu retten, was möglich ist." Das ist wenig genug. Das Wohnmobil war komplett eingerichtet mit Küche, Fernseher und Möbeln. Sieben Monate im Jahr ist der Wohnwagen das Zuhause der Stephans. Hier leben sie quasi. Nach dem Unglück haben sie erst einmal zwei Nächte beim Nachbarn geschlafen. Jetzt werden sie zur Tochter ziehen, die in Haldern wohnt.

Zum Schock über das Unglück kommt der Ärger über die Regelung des Schadens. Der Baum, der auf den Wagen von Ehepaar Stephan krachte, stand nämlich auf einem Grundstück außerhalb des Campingplatzes. "Da ist jetzt die Frage, wer für den Schaden aufkommt." Der Nachbar wolle nicht zahlen, jetzt hofft Ehepaar Stephan auf die Versicherung. Wie hoch der Schaden ist, können sie nicht schätzen. Reparieren lohnt sich nicht. Der Wagen hat nur noch Schrottwert.

Für das Ehepaar steht fest, dass sie auf dem Campingplatz bleiben wollen. "Wir werden einen neuen Wagen anschaffen, es muss ja weitergehen."

(RP/jul)