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Emmerich: Streit ums Minus der Sauna

Emmerich : Streit ums Minus der Sauna

Die Saunalandschaft im Embricana soll Gewinn abwerfen und die Defizite aus dem Betrieb des Schwimmbades mindern. Im ersten Jahr sind die Verluste aber erst einmal gestiegen – sind das nur Anlaufschwierigkeiten?

Stadtwerke-Chef Ulrich Schnake hat die öffentlich gewordenen Zahlen zu Verlusten der Sauna im Embricana als "frei erfunden" bezeichnet. Schließlich werde der Jahresabschluss erst im Sommer verabschiedet, und vorläufige Ergebnisse oder Schätzungen seien "pure Spekulation" und "abenteuerlich".

Die FDP konstatiert für Bad und Saunalandschaft einen Verlust von insgesamt zwei Millionen Euro im Jahr 2011 und beruft sich dabei auf den im Herbst erschienenen Wirtschaftsplan 2012 der Embricana Freizeit und Sport GmbH. Das seien nun mal die Prognosen, die auf dem Tisch lägen, so der Ortsverbandsvorsitzende Jan-Frens Bergmann, der die Summe beim Neujahrsempfang seiner Partei nannte.

Der beste Monat nicht dabei

Tatsache ist: Im Jahr 2011 haben etwa 25 000 Gäste die Sauna besucht. Angestrebt sind 50 000 Besucher. "Aber nicht im ersten oder zweiten Jahr", betont Ulrich Schnake dazu. Zudem sei die Sauna erst am 28. Januar 2011 eröffnet worden, "der beste Monat im Jahr war nicht dabei".

Für 2012 rechne man mit 35 000 Besuchern. Damit läuft die Sauna Schnakes Einschätzung nach "nach Startschwierigkeiten im Moment sehr gut, im Rahmen der Erwartungen". Man werde die Zielmarke von 50 000 Besuchern erreichen, und die Investition in den Ausbau der Anlagen sei "die richtige Entscheidung" gewesen: "Die Sauna wird mittelfristig einen Beitrag dazu leisten, dass die Defizite aus dem Bad gemindert werden. Man darf nur nicht erwarten, dass das im ersten Betriebsjahr eintritt."

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Der Beschluss zum Neubau war 2009 durch den Aufsichtsrat der Emmericher Gesellschaft für kommunale Dienstleistungen (EGD) einstimmig gefasst worden. Die FDP war damals nicht in diesem Gremium vertreten. Die EGD, eine Tochter der Stadtwerke, ist die Dachgesellschaft der Emmericher Energie- und Wasserversorgung, der hafenwirtschaftlichen Aktivitäten und des Embricana.

Auch der EGD-Aufsichtsratsvorsitzende Wilhelm Roebrock nannte Aussagen über die Verluste aus 2011 "Kaffeesatzleserei". Er räumte allerdings ein, dass ein Minus von zwei Millionen Euro für Bad und Sauna insgesamt nicht völlig unrealistisch sein muss: "Es könnte in diese Richtung gehen." Schließlich hätten schon die Verluste des Bades allein "immer bei gut über einer Million gelegen".

(RP)