Rees: Stimmungsvoller Lobgesang

Rees : Stimmungsvoller Lobgesang

Reeserviert-Konzert in der Klosterkirche Aspel überzeugte mit Uraufführung des Magnificats von Heiner Frost.

Das Magnificat ist einer der bekannteste und einer der bedeutendsten Lobgesänge auf Maria und ist ein Grundtext des christlichen Glaubens. Der Lobgesang aus dem Lukasevangelium bildete am Samstagabend zum Jahresabschluss der Konzertreihe Reeserviert in der Klosterkirche in Aspel das Grundgerüst. Unterstützt wurden der Kammerchor und das Kammerorchester Opus M in diesem Jahr durch die Cellistin und Sopranistin Mirjam Hardenberg.

Den Anfang des Weihnachtskon-zerts bereitete Henning Schmeling an der Orgel. Schmeling präsen-tierte zur Einstimmung das Magni-ficat Sexti Toni und das Magnificat Quinti Toni, jeweils in F-Dur, von Johann Pachelbel (1653 - 1706). Dann betrat der Kammerchor den Altarraum. Ganz ohne instrumentaler Begleitung sangen sie "Übers Gebirg Maria geht" von Johannes Eccard (1563 - 1611) und sorgten so für einen gelungenen Einstieg in eine Stunde wunderbarer Musik, die zum Teil höchst feierlich und ruhig daherkam, teils jedoch vor Lebendigkeit und Kraft sprühte. Zerbrechlich, langsam und zart kam das Magnificat von Arvo Pärt daher. Einem estnischen Komponisten, der 1935 geboren wurde und zählt zu den beliebtesten zeitgenössischen Komponisten.

Im Anschluss daran nahm das Kammerorchester Platz und prä-sentierte mit der Fantasia No. 1 à 6 von John Ward ein träumerisches Werk. Ward, der als Chorknabe in Canterbury begann, ist vor allem für seine Madrigale berühmt und auch an diesem Abend wurde deutlich, welche Wirkung seine Stücke in der kirchlichen Atmosphäre entfalten.

Dann kam es zum Höhepunkt des Konzerts, die Uraufführung des Magnificats von Heiner Frost, dem Leiter der Konzertreihe Reeserviert. Mit Mirjam Hardenberg als Cellistin und Sopranistin bekam das Werk einen ausgesprochen stimmungsvollen Klang, so dass das Publikum zu spontanem Applaus ansetzte. Es folgten weitere Interpretationen des Lobgesangs auf Maria von Antonio Caldara (1670 - 1736) und das Concerto Grosso von Arcangelo Corelli (1653 - 1716), was große Gefühle im Publikum weckte und so auf das große Finale, dem Magnificat von Francesco Durante (1684 - 1755), vorbereitete, welches in seiner festlich barocken, aber auch äußert beschwingten und kraftvollen Art den perfekten Abschluss eines wunderbaren Konzerts bildete.

(ste)
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