Verflixte Serie Emmerich Der städtische Steiger an der Promenade ist wieder freigegeben

Emmerich · Dieser Steiger hat es wirklich in sich. Achtmal in zehn Jahren ist er gerammt worden. Jetzt ist er wieder freigegeben worden. Vielleicht bekommt Emmerich ja einen anderen Steiger an anderer Stelle.

Der Steiger in Höhe des Pegelhäuschens ist wieder freigegeben. Und damit auch der darunter liegende Treibelpfad.

Der Steiger in Höhe des Pegelhäuschens ist wieder freigegeben. Und damit auch der darunter liegende Treibelpfad.

Foto: Christian Hagemann

Nachdem der städtische Steiger in Emmerich vor einiger Zeit wegen Reparaturen erneut gesperrt werden musste, konnte in dieser Woche grünes Licht gegeben werden. Der Steiger ist einsatzbereit und kann wieder von Schiffen benutzt werden. Im Zuge der Reparaturen musste aus Sicherheitsgründen auch der Treidelpfad am Rheinufer gesperrt werden. Dieser ist nun wieder zugänglich, die Sperrung wurde aufgehoben. Das hat die städtische Wirtschaftsförderung mitgeteilt, die ihn betreibt.

Zur Erinnerung: Im Dezember 2021 wurde der Steiger wieder einmal gerammt und beschädigt. Seine Lage in Nachbarschaft zum Ruhehafen ist ein Problem. Schiffe, die in den Hafen hineinfahren oder ihn verlassen wollen, stoßen immer wieder an den Steiger.

Der städtische Steiger in Höhe des Pegelhäuschens stand schon von Anfang an unter keinem guten Stern. Schon vor seiner Inbetriebnahme im Jahr 2005 machte er überregional Schlagzeilen, weil der damalige BürgermeisterJohannes Diks bei der Einweihung des Bauwerks unglücklich ausgerutscht und in den Rhein gefallen war.

Die eigentliche Krux des Steigers ist aber eine andere. Immer wieder wird er von Schiffen gerammt. Der Fall aus Dezember 2021 Fall dürfte der sage und schreibe achte binnen zehn Jahren gewesen sein. 2015 wurde er sogar gleich zweimal von einem Schiff touchiert.

Anders als bei manchem Fall in den zurückliegenden Jahren steht der Verursacher des Unfalls aus 2021 allerdings fest. „Es gibt Zeugen und auch Videoaufnahmen“, sagte Wirtschaftsförderin Sara Kreipe, die auch für den Betrieb des städtischen Steigers zuständig ist, damals.

Bei der Vielzahl der Unfälle stellt sich die Frage, ob es nicht ein Problem mit seiner Lage gibt. Kapitän Rainer van Laak von der Reeser Personenschifffahrt („Germania“, „Stadt Rees“) hatte schon vor einigen Jahren moniert, dass der Steiger zum einen bei Niedrigwasser für die Passagiere nur sehr schlecht begehbar und zum anderen nicht optimal positioniert sei.

Die Wirtschaftsförderung hatte sich bereits in den zurückliegenden Jahren mit der Idee beschäftigt, den Steiger stromabwärts verlegen zu lassen. Auch, damit dort große Kreuzfahrtschiffe vor Anker gehen können.

Es gibt eine Reederei, die sich für einen weiteren Steigerin Emmerich interessiert. Das Antragsverfahren ist in Gang gesetzt. Sollte es gelingen, würde zwischen dem Steiger von Viking in Höhe der Martinikirche und dem Germania-Steiger an der Stadtplatte ein weiterer gebaut werden, an dem Schiffe für Flusskreuzfahrten festmachen können.

Käme es dazu, würde der städtische Steiger verschwinden, vermutlich würde er verkauft. „Flusskreuzfahrten boomen, die Anbieter würden gerne noch mehr Emmerich anfahren“, sagt Sara Kreipe. Noch ist in der Sache nichts entschieden.

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