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Städtischer Steiger in Emmerich nach Schiffskollision erneut gesperrt

Rheinpromenade : Der Unglücks-Steiger

Der städtische Steiger ist wieder gesperrt, weil er bei einer Kollision beschädigt wurde. In den letzten Jahren haben sich an dieser Stelle mindestens sieben ähnliche Unfälle ereignet.

Wer derzeit den Treidelpfad unterhalb der Emmericher Rheinpromenade entlang spazieren will, wird schon seit einigen Wochen durch Warnbarken gestoppt. Etwa zwischen dem „Empanadas“ und dem Fischerort gibt es am unteren Weg der Promenade kein Weiterkommen mehr. Warum, ist auf den ersten Blick gar nicht ersichtlich, denn Bauarbeiten gibt es an dieser Stelle nicht.

Doch tatsächlich gibt es dort eine „Baustelle“, nämlich den städtischen Steiger. Vor gut einem Monat wurde er wieder einmal von einem Schiff gerammt und beschädigt. Aus Sicherheitsgründen wurde deshalb auch der Treidelpfad gesperrt.

 Wirtschaftsförderin Sara Kreipe.
Wirtschaftsförderin Sara Kreipe. Foto: Markus van Offern (mvo)

Der städtische Steiger in Höhe des Pegelhäuschens stand schon von Anfang an unter keinem guten Stern. Schon vor seiner Inbetriebnahme im Jahr 2005 machte er überregional Schlagzeilen, weil der damalige Bürgermeister Johannes Diks bei der Einweihung des Bauwerks unglücklich ausgerutscht und in den Rhein gefallen war. Die eigentliche Krux des Steigers ist aber eine andere. Immer wieder wird er von Schiffen gerammt. Der jetzige Fall dürfte der sage und schreibe achte binnen zehn Jahren sein. 2015 wurde er sogar gleich zweimal von einem Schiff touchiert. 

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Anders als bei manchem Fall in den zurückliegenden Jahren, steht der Verursacher des aktuellen Unfalls allerdings fest. „Es gibt Zeugen und auch Videoaufnahmen“, sagt Wirtschaftsförderin Sara Kreipe, die auch für den Betrieb des städtischen Steigers zuständig ist.

Bei der Vielzahl der Unfälle stellt sich die Frage, ob es nicht ein Problem mit seiner Lage gibt. Kapitän Rainer van Laak von der Reeser Personenschifffahrt („Germania“, „Stadt Rees“) hatte schon vor einigen Jahren moniert, dass der Steiger zum einen bei Niedrigwasser für die Passagiere nur sehr schlecht begehbar und zum anderen insgesamt nicht optimal positioniert sei, weil er in der Nähe der Einfahrt zum Sicherheitshafen liege. 

Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt hat die Lage des Steigers bislang allerdings immer als unproblematisch eingestuft. Nachts ist der Steiger mit Positionslichtern beleuchtet, zudem sind die Schiffe mit Radar ausgerüstet. Dennoch hat das rein theoretische Kollisionsrisiko zugenommen, seit am Sicherheitshafen täglich etwa ein Dutzend Schiffe vor Anker gehen, um die Ruhezeiten einzuhalten.

Die Wirtschaftsförderung hatte sich bereits in den zurückliegenden Jahren mit der Idee beschäftigt, den Steiger stromabwärts verlegen zu lassen. Auch, damit dort große Kreuzfahrtschiffe vor Anker gehen können. Aber zum einen wurde vom Wasser- und Schifffahrtsamt mitgeteilt, dass die Lage des Steigers kein nautisches Problem darstelle, zum anderen wäre das Vorhaben kompliziert und teuer, weil damit auch ein massiver Eingriff in den Hochwasserschutz mit entsprechend hohen Kosten verbunden ist. Also blieb der Steiger bislang dort, wo er auch jetzt noch ist.

Doch das könnte sich nun ändern. „Wir wollen ein Gutachten in Auftrag geben, das die Lage des Steigers untersucht. Dafür sind auch Mittel im Haushalt bereitgestellt“, sagt Sara Kreipe. Die Wirtschaftsförderin, die vor zwei Jahren ihren Dienst in Emmerich antrat, sieht die Lage des Steigers ebenfalls kritisch. „Wenn es so viele Unfälle gibt, könnte das ein Hinweis darauf sein, dass er an eine andere Stelle muss.“

Jetzt muss der Steiger allerdings erst einmal repariert werden. Dazu soll er noch in diesem Monat aus dem Wasser gehoben und abtransportiert werden.