Stadtwerke Emmerich erhöhen Preise für Strom und das Embricana

Energiekosten : Strom und Embricana werden teurer

Stadtwerke Emmerich erhöhen die Preise im kommenden Jahr. Der Gaspreis bleibt hingegen konstant.

Im nächstem Jahr müssen die Kunden der Emmericher Stadtwerke für ihre Stromrechnung tiefer in die Tasche greifen. „Wir kommen um eine Erhöhung nicht mehr umhin“, sagte Stadtwerke-Chef Udo Jessner am Dienstag. Der Preis für die Kilowattstunde ab Februar 2020 wird um 2,4 Cent angehoben – von 25,5 auf 27,9 Cent. Grund für die Erhöhung seien neben den gestiegenen Bezugspreisen vor allem die verteuerten Kosten für Netzentgelte sowie höhere Steuern. „Sie machen allein 78 Prozent der Verteuerung aus“, so Vertriebsleiter Ingo Sigmund.

Im Vergleich der Stadtwerke in der Region stehen die Emmericher allerdings immer noch gut da. Nur in Kleve ist der Strom billiger, im Jahresdurchschnittsverbrauch etwa um 18 Euro. Deutlich teurer ist es dafür in Goch und Rhede, wo ein durchschnittlicher Haushalt um die 200 Euro mehr pro Jahr für den Strom bezahlen muss.

Während die Gaspreise stabil bleiben, wird’s für die Besucher des Freizeitbads Embricana ebenfalls etwas teurer. Zwischen 20 Cent und 1,60 Euro werden die Preise in den einzelnen Kategorien angehoben. Die Tageskarte für Erwachsene wird um 50 Cent teurer, die für Kinder um 20 Cent. Unangetastet bleiben die Preise fürs Frühschwimmen für Kinder, für die Happy Hour, Das Senioren-Schwimmen und die Familienkarte am Samstag.

 Seit sechs Jahren wurden die Preise im Embricana nicht mehr angehoben. Das Freizeitbad ist nach wie vor defizitär. „An den Sachkosten haben wir schon einiges eingespart, doch diese Ersparnis wird von den tariflich bedingten steigenden Personalkosten wieder aufgefressen“, erklärte Udo Jessner. Deshalb soll es jetzt in diesem Bereich Einsparungen geben. Nicht durch Kündigungen, sondern durch strukturelle Maßnahmen, wie veränderte Schichten oder auslaufende Stellen, die nicht mehr besetzt werden.

Trotz der Preiserhöhungen stehe das Embricana den Stadtwerke zufolge im Vergleich mit dem Bahia in Bocholt und dem Goch Ness gut da. „In den meisten relevanten Preiskategorien sind wir günstiger“, so Jessner. In der Sauna war in diesem Jahr ein Besucher-Plus von 2500 bis 3000 Gästen zu verzeichnen gewesen. Die Preise bleiben stabil.

Und was planen die Stadtwerke sonst noch? Im Herbst kommenden Jahres will der Versorger ein Blockheizkraftwerk an der Gesamtschule bauen. Wie Steffen Borth, neuer Technischer Leiter der Stadtwerke erklärte, soll das hocheffiziente Kraftwerk auch den Neubau an der Gesamtschule mit einer Nahwärmeleitung mit Strom und Wärme versorgen. Dazu künftig auch das neue Zentrum am Neumarkt sowie Gebäude der Emmericher Baugenossenschaft an der Baustraße.

Eine Million Euro investieren die Stadtwerke in das Modellprojekt. Gut angelegtes Geld, wie Udo Jessner findet. „Mit der Leistung des Blockheizkraftwerks können 150 Haushalte versorgt werden. Die Energie dort zu produzieren, wo sie benötigt wird, ist zukunftsweisend.“ Vorstellbar sei das Verfahren deshalb auch für weitere Bauprojekte.

Apropos: Da haben die Stadtwerke gerade selbst eines so gut wie abgeschlossen. Nämlich den Bau des neuen Kundenzentrums an der Wassenbergstraße. Der rondellartige Bau ist schon fertig. Jetzt geht’s an die Innenausstattung. Nur der Empfangstresen fehlt noch. Er soll Mitte nächsten Monats geliefert werden. Offizielle Eröffnung wird dann am 31. Januar sein.