1. NRW
  2. Städte
  3. Emmerich

Stadtverwaltung möchte Belebung der Gastronomie in Innenstadt von Rees

Tourismus : „Rees braucht mehr Gastronomie“

Stadtverwaltung und Gastronomen sind sich einig, dass Rees ein größeres gastronomisches Angebot braucht. Pläne fürs Bootshaus des Rudervereins sind hinfällig. Hoffen auf neuen Betreiber fürs alte Pumpwerk.

Was die Tourismuszahlen anbelangt, braucht sich die Stadt Rees nicht zu verstecken: 650.000 Gäste steuern pro Jahr die älteste Stadt am Unteren Niederrhein an. Doch finden diese Touristen, die meisten davon kommen nur für einen Tag, auch ein ausreichend großes gastronomisches Angebot vor?

Wirtschaftsförderer Heinz Streuff hat dazu eine klare Antwort: „Rees braucht mehr Gastronomie“, ist er überzeugt. Nicht, weil das vorhandene Angebot nicht gut genug sei, sondern weil es schlicht und ergreifend im Stadtkern zu wenig Betriebe gäbe.

Die Statistik gibt ihm Recht: Während der Trend bei den Touristen eher nach oben weist, ist in der Innenstadt in den letzten Jahren die Zahl der Gastronomiebetriebe zurückgegangen. Mit dem „Yesterday“ und den „Niederrheinischen Bauernstuben“ hat die City zwei alteingesessene Bier-Kneipen verloren, dazu schloss ein Bistro am Markt. Und im ehemaligen Restaurant „Op de Poort“, früher auch für Auswärtige eine beliebte Anlaufstelle in Rees, logiert jetzt eine Zahnarztpraxis mit schönstem Blick auf den Rhein.

Überhaupt scheint es nicht einfach zu sein, weitere Gastronomie zu etablieren, nicht einmal an der beliebten Rheinpromenade. So ist das Vorhaben des Rudervereins, im Bootshaus in Nähe zum Mühlenturm, ein kleines Lokal anzusiedeln, augenscheinlich vom Tisch. Zwar gab es schon Pläne mit einer Terrasse und die Zusage eines Pächters, das Lokal führen zu wollen, doch zog der wieder zurück, nachdem Anwohner, die Lärmbelästigungen befürchten, Widerstand angekündigt hatten.

Die Stadt möchte dennoch gerade die Gastronomie an der Rheinpromenade ausbauen. Vor allem zugunsten von Tagestouristen, die die Busunternehmen bringen könnten. Und möglicherweise auch die Kreuzfahrtschiffe. Denn bekannter Maßen hat eine Reederei Interesse an einem Halt in Rees angemeldet.

Die Hoffnungen der Stadt ruhen deshalb jetzt auf dem alten Pumpwerk am Einfallstor der Rheinpromenade. Seit Frühjahr 2018 wartet das Drei-Giebel-Haus auf eine gastronomische Nutzung der Unteretage. Ganz im Gegensatz zu den darüber liegenden acht Wohnungen, die längst verkauft und vermietet wurden. Eine Umwandlung des 400 Quadratmeter großen Restaurants in Wohnraum will die Stadt Rees verhindern. Und hat eine Initiative gestartet, um einen möglichen Betreiber nach Rees zu locken (die RP berichtete). „Wir bleiben zuversichtlich und optimistisch“, sagt der Reeser Wirtschaftsförderer.

Streuff weiß dabei auch die Reeser Gastronomen auf seiner Seite. Etwa Dirk Salzsieder, Direktor des Rheinparkhotels und gleichzeitig Vorsitzender des Reeser Wirtschaftsforums (Wifo). Er würde sich einen neuen Betrieb in direkter Nachbarschaft wünschen, auch wenn das erst mal Konkurrenz bedeutet. Aber: „Die Reeser Gastronomie braucht Belebung, letztendlich würden wir alle davon profitieren“, sagt der Wifo-Chef. Die Schritte, die die Stadt unternommen hat, um einen weiteren Betrieb nach Rees zu holen, hält er für richtig. Salzsieder weiß aus Erfahrung, dass seine Gäste, wenn sie länger als nur ein paar Tage bleiben, gerne auch mal woanders als im Hotel essen gehen wollen. „Damit habe ich kein Problem. Zusammen mit den Rheinterrassen Collins und dem Rheincafé Rösen machen wir während der Saison am Ortseingang mit einem Banner auch gemeinsam Werbung für die Reeser Promenade und den Standort“, erklärt der Hoteldirektor.

Die Gastronomie an der Promenade sei allerdings auch ein schwieriges Geschäft, weil sie sehr stark vom Wetter abhängig sei. „Der Niederrhein ist nicht der Bayrische Wald, wo das ganze Jahr Saison ist. Wir sind auf den Sommer angewiesen. Aber ist es wie in den letzten zwei Jahren zu heiß und trocken, kommt niemand. Und haben wir dann wie letztes Jahr auch noch einen verregneten September, bleiben die Plätze draußen ebenfalls leer“, sagt er.

Salzsieder glaubt trotzdem, dass sich ein Gastronom findet, der ins Gebäude am alten Pumpwerk einzieht: „Rees ist eine tolle Stadt, ebenso toll ist die Lage dieses Restaurants. Ich bin da ganz positiv gestimmt, dass das klappt.“