Herzlichen Glückwunsch: Der "Ureinwohner" ist nun 90 Jahre alt

Herzlichen Glückwunsch : Der "Ureinwohner" ist nun 90 Jahre alt

Er bezeichnet sich selbst als "Ureinwohner". Geboren wurde er auf der Hegiusstraße. Als fünftes von neun Kindern eines Lohnbuchhalters. Er kenne Emmerich "wie seine Westentasche". Sagt Johannes Doerwald. Gestern vollendete der verdiente Kommunalpolitiker und frühere 1. Vize-Bürgermeister sein 90. Lebensjahr. Und sagt: "Ich fühle mich gut, auf jeden Fall. Dass man mit 90 nicht mehr so agil ist, ist klar, dafür im Kopf, Gott sei dank."

Er bezeichnet sich selbst als "Ureinwohner". Geboren wurde er auf der Hegiusstraße. Als fünftes von neun Kindern eines Lohnbuchhalters. Er kenne Emmerich "wie seine Westentasche". Sagt Johannes Doerwald. Gestern vollendete der verdiente Kommunalpolitiker und frühere 1. Vize-Bürgermeister sein 90. Lebensjahr. Und sagt: "Ich fühle mich gut, auf jeden Fall. Dass man mit 90 nicht mehr so agil ist, ist klar, dafür im Kopf, Gott sei dank."

Doerwald hat viel erlebt. Als 16-jähriger Flakhelfer wurde er mit einem Orden dekoriert, nachdem er eine britische Lancaster abgeschossen hatte. Noch im Januar 1945 wurde er eingezogen und im April schwer verwundet. In einem Krankenhaus sah er, dass andere noch viel schlimmer dran waren. Er schöpfte neuen Lebensmut, von da an ging es bergauf mit ihm.

Die Schrecken des Krieges brachten ihn auch dazu, sich für Frieden einzusetzen und in die Politik zu gehen. Es waren die Feinde von einst, die Briten, die den ersten Schritt machten. Die Kontakte haben sich bis heute gehalten. 1996 setzte er dann ein Zeichen der Versöhnung, als er im Arnheimer Kriegsmuseum eine Ausstellung zum Widerstand der Weißen Rose eröffnete.

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Das Schlosserhandwerk lernte Doerwald bei der Germania. Nach dem Krieg ging er zu Probat und war ab 1952 17 Jahre Betriebsratsvorsitzender. Durch das gewerkschaftliche Engagement wurde die SPD auf ihn aufmerksam. 40 Jahre gehörte Doerwald dem Rat an, war stellvertretender Fraktionschef, Vorsitzender des Ortsvereins, IG-Metall-Vorsitzender und in Awo und im Reiterverein von Lützow aktiv. Er erhielt das Bundesverdienstkreuz und den Ehrenring. Auf seine Fahnen schreibt er sich, dass dem Geistmarkt kein graues Pflaster verpasst wurde: "Das habe ich verhindert."

Nach seinem Ausscheiden bei Probat führte er mit viel Freude das "Petit Restaurant" an der Speelberger Straße. Der Altersjubilar wünscht sich, dass er noch ein bisschen dabei sein kann: "Ich freue mich über jeden Tag." Gefeiert wurde mit vier Kindern, acht Enkeln und fünf Urenkeln.

(nk)
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