Wiedersehen: "Als wäre es erst gestern gewesen"

Wiedersehen : "Als wäre es erst gestern gewesen"

Genau da, wo vor 70 Jahre viele kleine I-Dötzchen auf ihren ersten Schultag warteten, traf man sich zum achten Klassentreffen wieder - im Schatten des Alten Turmes. Denn genau dort stand bis 1964 die katholische Volksschule von Isselburg. Einige der Teilnehmen jedoch gingen in die evangelische Schule auf der Alleestraße, denn zu dem Zeitpunkt gingen evangelische und katholische Schüler noch in getrennte Schulen. Klassentreffen jedoch haben die Schüler beider Konfessionen immer gemeinsam gefeiert.

Aber ist das alles schon 70 Jahre her. "Wir fühlen uns so, als wäre es erst gestern gewesen", musste Dieter Schenning schmunzeln. Organisiert hatte das Treffen mit einigen ehemaligen Mitschülern Hermann Nehring, der von den 47 Schülern 31 eingeladen hatte. Letztendlich waren 16 Personen der Einladung gefolgt. "Leider sind mittlerweile bereits 15 Mitschüler verstorben", wusste Nehring zu berichten, "und deshalb führt unser erster Weg auf den Friedhof, hier liegen acht der Verstorbenen begraben um der Toten zu gedenken."

Nach einem Spaziergang durch Isselburg ging es weiter zu "Tebbe" - heute besser bekannt als Langenhorst, wo bei Kaffee und Kuchen die Fragerei losging. Weißt du noch? Kannst du dich noch erinnern? Gut im Gedächtnis geblieben war bei den katholischen Schülern Fräulein Ossertnick und Lehrer van Holt. "Denn wenn wir etwas angestellt hatten, gab es bei ihm schon mal Schläge mit dem Stöckchen auf die Hände", sagte Inge Kobs (Schmänk), die heute in Xanten lebt. "Die Schüler mussten dann sagen ,Bienchen, Bienchen gib' mir Honig'", erinnerten sich die Umstehenden, "bevor der Lehrer das Stöckchen sausen ließ. Das war halt früher an vielen Schulen so üblich, dass auch geschlagen wurde."

Gerne denkt Margret Neuenfeld (Exo) an ihren Lehrer Herr Böhme zurück. "Ich mochte ihn sehr", gestand sie, "und mir ist immer aufgefallen, wenn er Kreislaufprobleme hatte. Das kannte ich von meiner Mutter. Ich habe dann Lehrer Kühn informiert und der schickte uns Schüler dann nach Hause."

Und wenn die Schüler der evangelischen Volksschule Gesangsstunde hatten, wurden immer die Fenster ganz weit geöffnet, damit Frau van Holt (die Frau des katholischen Kollegen), die in der Nähe wohnte und im Rollstuhl saß, den Gesang hören und sich daran erfreuen konnte.

"Wenn wir alle gesund bleiben, findet das nächste Treffen 2021 statt", so Herrmann Nehring zum Abschluss, "das sind 65 Jahre nach unserer Schulentlassung."

(B.T.)