Lesen wird teurer Warum die Stadtbücherei in Rees ihre Gebühren erhöhen soll

Rees · Ausgerechnet am „Tag der Bibliotheken“ wurde im Reeser Kulturausschuss – teils sehr leidenschaftlich über eine Erhöhung der Jahresgebühren für die Reeser Stadtbücherei diskutiert.

2015 stieg die Gebühr auf 15 Euro, jetzt sollen es 20 werden.

2015 stieg die Gebühr auf 15 Euro, jetzt sollen es 20 werden.

Foto: Michael Scholten

Die Stadtverwaltung hält nach 2015 eine erneute „moderate Anpassung“ für angebracht, um die allgemein gestiegenen Kosten auszugleichen. Demnach sollen Erwachsene künftig 20 statt 15 Euro pro Jahr zahlen. Das ist auch der Preis des Familienausweises, der zwei Erwachsene und beliebig viele Kinder zur Nutzung der Bücherei und zur Ausleihe der Medien berechtigt. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, die einen eigenen Ausweis haben möchten, sollen dafür künftig zehn statt bislang acht Euro zahlen.

Diese Erhöhungen müssen auch noch im Haupt- und Finanzausschuss am 5. Dezember diskutiert werden, bevor sie eine Woche später vom Rat der Stadt Rees beschlossen werden.
Angesichts von wachsender Leseschwäche und sinkender Leselust bei Kindern hielt es die Fraktion der Grünen für ein falsches Zeichen, auch die Ausweise für Kinder und Jugendliche teurer zu machen. Vielmehr sollte die Stadtbücherei Rees dem Vorbild anderer Kommunen folgen und Kindern kostenlose Ausweise ausstellen. Verlorene Einnahmen sollten dann über eine freiwillige Abgabe von Erwachsenen und Familien, die „20 Euro oder mehr“ zahlen können, aufgefangen werden.

Stadtkämmerer Andreas Mai verwies darauf, dass die Stadtbücherei Rees schon jetzt mit jährlich 400.000 Euro unterstützt wird. Weil davon auszugehen sei, dass Rees spätestens im Jahr 2025 in die Haushaltssicherung rutsche, sollen künftige Prüfer aus den Aufsichtsbehörden erkennen, dass schon vorher alle Mittel ausgeschöpft wurden, um freiwillige Leistungen finanzierbar zu halten. „Sonst machen die uns die Stadtbücherei komplett dicht“, sagte Mai. Die anderen Fraktionen unterstützten den Vorschlag der Stadtverwaltung und stimmten für eine Empfehlung an den Rat.

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