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Stadt Rees reagiert auf steigende Coronazahlen und die Omikron-Verdachtsfälle

Interview mit Christoph Gerwers : Fürs Reeser Rathaus soll 3G kommen

In Rees sind in den zurückliegenden Tagen die Coronazahlen deutlich angestiegen. Zudem gibt es jetzt auch mehrere Verdachtsfälle auf die neue, hochansteckende Omikron-Variante. Die RP sprach darüber mit Bürgermeister Christoph Gerwers.

Kaum hat man von der neuen Omikron-Variante gehört, sind auch schon die ersten Verdachtsfälle in Rees aufgetaucht. Hat Sie das überrascht, wie schnell dieses Problem vor der eigenen Hustür wiederzufinden war?

GERWERS Ich hatte das befürchtet, weil ich wusste, dass es Reeser gab, die sich in Südafrika aufgehalten haben. Zum Zeitpunkt ihrer Reise konnten sie allerdings noch nichts von der neuen Variante ahnen. Das sind nun mal leider die Folgen der Globalisierung, die auch vor Rees nicht Halt machen. Momentan reden wir nur über Verdachtsfälle, aber es sieht sehr danach aus, als ob sie sich bestätigten.

In der vergangenen Woche haben Sie den Reeser Weihnachtsmarkt abgesagt. Da haben Sie dann wohl alles richtig gemacht.

GERWERS Die Omikron-Variante war nicht der Grund dafür, sondern die allgemeinen Corona-Infektionszahlen, die bei uns durch die Decke schießen. Allein am Wochenende gab es 27 neue Fälle, gestern zwölf, heute schon wieder 13. Das sind so viele wie nie zuvor. Und in der vergangenen Woche gab es auch keine Anzeichen dafür, dass die Zahlen wieder sinken, zumal es zumal es von Bundes- und Landesseite keine Bremse gab. Wir haben den Anspruch, dass bei unseren Veranstaltungen die Menschen auch wieder gesund nach Hause kommen. Deshalb haben wir das Weihnachtspädje absagen müssen, obwohl uns das sehr schwer gefallen ist.

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Im letzten Jahr hat die Stadt Rees verschärfte Maßnahmen wie Maskenpflicht im Innenstadtbereich oder an der Rheinpromenade erlassen. Wird es das jetzt ebenfalls wieder geben?

GERWERS Nein, wir ordnen es nicht an, empfehlen aber eine Maske zu tragen, wenn sich Menschengruppen bilden. Aber wir wollen zum Schutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Besucher die 3G-Regelung im Rathaus einführen. Das hat jetzt das Gesundheitsministerium ermöglicht und wir wollen das auch so schnell wie möglich umsetzen.

Wird es weitere Maßnahmen geben?

GERWERS Nicht von unserer Seite, aber ich hoffe, dass die Maskenpflicht an den Schulen wiederkommt. Im Moment sind viele Kinder von den Infektionen betroffen. In zwei Kindergärten mussten jetzt Gruppen geschlossen werden. Zum Glück setzen viele Schüler die Masken freiwillig auf. Das halte ich für viel wirksamer als das Aufstellen von Luftfiltergeräten, zumal ja auch bei diesen weiterhin gelüftet werden muss.

Wie groß ist die Impfbereitschaft in Rees?

GERWERS Mir liegen zwar keine konkreten Zahlen vor, aber ich glaube schon, dass die Impfbereitschaft sehr groß ist. Im Kreis Kleve sind insgesamt rund 75 Prozent der Menschen zweimal geimpft. Das liegt über dem deutschlandweiten Schnitt. Ich glaube, dass die Zahlen in Rees sogar noch ein bisschen höher sind. 

Sie haben in der letzten Woche im Zusammenhang mit Corona davon gesprochen, dass der Ton rauer wird. Was haben Sie damit konkret gemeint?

GERWERS Wir spüren das im Ordnungsamt, zum Beispiel, wenn Leute in Quarantäne geschickt werden sollen oder Auskunft über ihre Kontakte geben sollen. Dabei geht es gerade bei dieser Frage ja auch darum, die Menschen zu schützen. Und wer geimpft ist, muss ja auch nicht in Quarantäne. Es heißt Infektionsschutzgesetz und nicht Infektionsstrafgesetz. Das hat sich bei manchem auch nach 20 Monaten Pandemie leider noch nicht im Kopf festgesetzt.