Stadt Rees prüft, wo Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden möglich sind

Umwelt : Reeser Rat will mehr Photovoltaik an öffentlichen Gebäuden

Grüne und SPD kritisieren CDU für „spätes Einsehen“ bei Solartechnik. Umstellung auf Papierbeutel für Hunde wird geprüft.

Das Thema „Umwelt“ bestimmt auch immer mehr die Politik in Rees. In der jüngsten Ratssitzung wurde jetzt auf Antrag der CDU eine Photovoltaik/Solarstrom-Offensive angestoßen. Demnach soll die Stadtverwaltung prüfen, in wie weit auf allen öffentlichen Gebäuden Photovoltaik-/Solarstrom-Anlagen in Betrieb genommen werden können. Die Stadtwerke und die Stadt Rees könnten dadurch auch selbst zum Stromproduzenten werden, den nicht benötigten Strom ins Netz einspeisen und ihn sich vergüten lassen.

Grüne und SPD stimmten dem Antrag zwar zu und lobten auch den Vorstoß, übten aber gleichzeitig auch Kritik an der CDU. „Ich kann mich an einen gleichen Antrag von uns fürs Schulzentrum erinnern, mit dem wir vor einigen Jahren bei Ihnen keinen Erfolg hatten, weil angeblich die Statik des Daches dafür nicht ausreichte“, sagte Grünen-Fraktionschef Helmut Wesser in Richtung der CDU. Ins gleiche Horn stieß auch sein SPD-Kollege Peter Friedmann: „Das hätten Sie alles schon vor ein paar Jahren haben können.“

In einer jetzt veröffentlichten Pressemitteilung erneuert die SPD ihre Kritik: Um das Jahr 2006 hätte SPD-Ratsherr Johannes Beenen mit der damaligen SPD-Ratsfrau Gisela Behrendt und vielen parteiunabhängigen Mitstreitern die Bürgersolar GbR gegründet. Ziel sei gewesen, öffentliche Gebäude in Rees mit Solaranlagen auszustatten. So sollte schon vor langer Zeit einerseits das Klima geschützt und andererseits die Einnahmen der Stadt nachhaltig erhöht werden. Doch dazu kam es nicht. Beenen heute: „Die Lernkurve der CDU ist enorm. Sie hat nur mehr als ein Jahrzehnt gebraucht, um eine SPD-Idee zu übernehmen.“ Ärgerlich sei, dass die damalige Vergütung für die Einspeisung von Solarstrom deutlich höher war als heute. Die Stadt hätte jahrelang hohe Einnahmen generieren können. Stattdessen sei die Initiative mit fadenscheinigen Gründen abgelehnt worden.

Auch ein anderer Antrag der CDU in Sachen Umwelt wurde vom Rat jetzt befürwortet: Die Stadt startet einen Versuch mit biologisch schnell abbaubaren Hundekotbeuteln. Auf Vorschlag der Jungen Union soll geschaut werden, ob alle Ausgabestationen mit diesen Papierbeuteln ausgestattet werden können, um Plastikmüll zu vermeiden. Die Verwaltung prüft, was eine Umstellung kosten würde und ob sie auch von den Hundehaltern angenommen wird.

Bereits vor dem Ratsbeschluss hatte der Bauhof an einer Hunde-Station die neuen Beutel testweise ausgeteilt. „Die Reaktionen der Hundehalter sind sehr unterschiedlich“, erklärte dazu Bürgermeister Christoph Gerwers.

(Markus Balser)
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