Emmerich: Stadt dankt ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern

Emmerich : Stadt dankt ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern

Peter Hinze brachte es auf den Punkt: "Ohne Sie wäre vieles nicht möglich." Denn als der Flüchtlingsstrom vor gut einem Jahr auch in Emmerich ankam, reagierten zahlreiche Bürger mit außerordentlichem Engagement und großer Hilfsbereitschaft. Daher sei es nun an der Zeit, auch seitens der Stadt "Danke" zu sagen. "Viele Mittel haben wir dazu nicht", sagte Emmerichs Bürgermeister.

Und dennoch: Für Montagabend hatte die Verwaltung die Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe in das Foyer des Stadttheaters geladen. "Zugesagt haben 50. Doch letztlich gekommen sind an die 80", sagte Vera Artz. "Ich bin wirklich überwältigt von der großen Resonanz", so die Leiterin der Stabstelle Integration und Asyl, die auch gleich das große Plenum nutzte, um sich und ihre Arbeit kurz vorzustellen. Seit Mai ist Artz im Amt. "Und ich muss sagen, dass hier in Emmerich sehr viel passiert. Ich bin von ihrem Engagement überwältigt." Seit vergangenem Herbst haben die vielen Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe funktionierende Strukturen geschaffen. Diese sollen nun genutzt und weiter ausgebaut werden. Auch machte Artz deutlich, dass sie künftig daran arbeiten möchte, mehr zu vernetzen und Hilfestellungen zu geben.

Auch Bürgermeister Peter Hinze freute sich, wie viele Bürger der Einladung der Stadt gefolgt waren. "Und ich bin erstaunt, das ein oder andere Gesicht hier zu sehen, das ich gar nicht in der Flüchtlingshilfe vermutet hatte." Hans-Jürgen Säger ist in dem Bereich sicherlich ein "alter Bekannter". Noch immer sind die von ihm und einer großen Gruppe organisierten Sprachkurse in der Europaschule gefragt. Ebenso auch Jochen Laqua, der als Flüchtlingspate agiert - und am Helferabend auch kurz seine Sicht der Dinge als Helfer in Worte fasste. Heitere Begegnungen schilderte er mit den Flüchtlingen aus Praest, fand aber auch den richtigen Ton, um gegenüber den Verantwortlichen der Stadtverwaltung Emmerich Kritik zu äußern - was auch einen Applaus bei seinen Mitstreitern auslöste. So wies Laqua auf die Problematik hin, dass der Informationsfluss zwischen den verschiedenen Abteilungen der Behörde schlecht sei und er bitte, daran zu arbeiten. "Vielen Dank für die Kritik", entgegnete Bürgermeister Hinze. "Ich bin mir sicher, dass wir nicht alles richtig machen. Aber wir werden daran arbeiten", versprach er.

Auch weitere Informationen gab es für die Ehrenamtlichen - und einen kleinen Umtrunk. Auch die Gelegenheit, schriftlich auf Karten mitzuteilen, wo der Schuh im Bereich der Flüchtlingshilfe drückt, nutzten einige. Vera Artz will daraus Anregungen ziehen. Und eines ist für sie und Hinze gewiss: Bei diesem einmaligen Dankestreffen soll es nicht bleiben. Einen Austausch in dieser Form soll es nun öfter geben.

(seul)