Lokalsport: Wieder crasht Nico Hülkenberg in Baku

Lokalsport : Wieder crasht Nico Hülkenberg in Baku

Formel 1: Wie schon im Vorjahr scheidet der Emmericher Pilot nach einem selbstverschuldeten Unfall frühzeitig aus.

Ein klassisches Déjà-vu erlebte Nico Hülkenberg beim Großen Preis von Aserbaidschan. Denn genau wie im Vorjahr crashte der Emmericher Formel 1-Pilot seinen Renault-Boliden selbstverschuldet in die Leitplanken des schnellen Stadtkurses. Dabei lag er zu diesem Zeitpunkt in einer sehr aussichtsreichen Position. Hülkenberg fuhr auf Position fünf, als er in der elften Runde des Rennens die Kontrolle über den R.S.18 verlor und in Kurve vier einschlug.

Hinten links waren Reifen und Aufhängung des Wagens beschädigt. Eine Rückkehr an die Box war vollkommen utopisch. So nahm der 30-Jährige den nächsten Notausgang, stellte den Wagen ab und beendete einen unbefriedigenden Arbeitstag am Kaspischen Meer. Zuvor bestätigte er über Funk das Offensichtliche. "Ich bin an der Mauer angeschlagen", so der Emmericher kleinlaut zum Kommandostand.

Überhaupt bot Baku für Hülkenberg ein Wechselbad der Gefühle. Nach einem "Standard-Freitag", wie er es selbst ausdrückte, folgte der Schock im dritten freien Training am Samstagmorgen. Denn noch vor dem Qualifying hatten die Mechaniker alle Hände voll zu tun und mussten am Auto von Hülkenberg das Getriebe wechseln. "Wir haben am Morgen einige Zeit verloren, von daher können wir froh sein, dass wir beide Autos ins Q3 gebracht haben", sagte Hülkenberg, der das Qualifying als Neunter beendete, während sein Teamkollege Carlos Sainz die zehntschnellste Zeit fuhr. Der Getriebewechsel zieht laut Reglement aber immer eine Strafe nach sich, so dass Hülkenberg von Position 14 ins Rennen gehen musste. "Die Strafe ist ziemlich bitter, aber wir müssen mit einer guten Strategie ins Rennen gehen und einen harten Kampf abliefern", sagte Hülkenberg nach der Strafversetzung.

Genau das setzte der Renault-Pilot dann auch bis zum Ausfall in Runde elf im Rennen um. Schon in der ersten Runde musste das Safety Car auf die Strecke. Zum einen crashten Kimi Räikkönen (Ferrari) und Esteban Ocon (Force India). Zum anderen gab es einen Zwischenfall, in den auch Hülkenberg involviert war. Der Emmericher setzte sich auf der rechten Straßenseite neben den Williams von Sergey Sirotkin, der dann im Sandwich war, da Ex-Weltmeister Fernando Alonso (McLaren) die linke Straßenseite okkupiert hatte. Als Hülkenberg anschließend Richtung Mitte zog, kollidierten Sirotkin und Alonso. Der Spanier schaffte es mit seinem Auto noch an die Box. Für den Russen war das Rennen aber beendet. Nico Hülkenberg fuhr ohne Probleme weiter und hatte so zum Ende der ersten Runde bereits sechs Plätze gutgemacht.

Die Rennleitung wertete die Situation als normalen Rennunfall und sprach keine weiteren Strafen aus. Mit dem Ende der Safety-Car-Phase nach der fünften Runde schaltete Hülkenberg voll auf Attacke-Modus. Zunächst ging er als Sieger aus dem Duell mit Lance Stroll hervor. Dann schnappte sich der 30-Jährige gleich beide Red Bulls. Als erstes machte er kurzen Prozess mit Daniel Ricciardo. Dann kam es zum Vollgas-Zweikampf mit Max Verstappen. Den Niederländer kassierte er in Runde zehn nach der langen Gerade mit DRS. Doch nur eine Runde später folgte dann das bittere Aus an der Streckenbegrenzung.

Der nächste Grand Prix wird am 13. Mai auf dem Circuit in Barcelona-Catalunya ausgetragen.

(RP)
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