Fußball: Westfalia Anholt baut auf die Jugend

Fußball : Westfalia Anholt baut auf die Jugend

Fußball: Die Mannschaft von Trainer Thomas Driever muss in der kommenden Kreisliga A-Saison auf einige Routiniers verzichten, die den Pannebecker verlassen haben oder künftig nicht mehr zur Verfügung stehen.

Vier Spieler haben Westfalia Anholt vor der neuen Kreisliga A-Saison verlassen oder können verletzungsbedingt nicht mehr am Spielbetrieb teilnehmen. Das Durchschnittsalter dieser Akteure liegt bei 31,75 Jahren. Doch anstatt gleichwertigen Ersatz zu holen, hat man sich bei den Schwarz-Weißen dazu entschlossen, verstärkt auf die Jugend zu setzen.

So stehen Trainer Thomas Driever die Spieler Ali El-Abbas (SV Rees), Arno Messing und Jesse Pastoors (beide Ziel unbekannt) in der neuen Spielzeit definitiv nicht mehr zur Verfügung. „Jeder weiß, dass Ali ein exzellenter Fußballer ist. Sein Abgang wird schwer zu kompensieren sein. Da kann man den SV Rees für diesen Transfer nur beglückwünschen. Leider wird auch Arno nicht mehr für uns auflaufen. Er war flexibel einsetzbar und konnte bis auf die Torwartposition alle Positionen bekleiden. Den Abgang von Jesse können wir schon eher verkraften, da er ja verletzungsbedingt in der Rückrunde schon kein Spiel mehr machen konnte“, so Driever.

Ein sehr großes Fragezeichen steht zudem hinter Patrick van Merwyk, der in der letzten Saison nur ein Spiel machen konnte. „Bei ihm sieht es so aus, dass er sehr wahrscheinlich nie mehr wird Fußball spielen dürfen“, erklärt der Westfalia-Coach.

Externe Neuzugänge sucht man bei den Anholtern weitestgehend vergebens. Einzig Jonas Rexing kehrt von der A-Jugend des VfL Rhede zurück zu seinem Stammverein. Aus der eigenen A-Jugend werden Luca Roes und Marek Deckers zum Kader der ersten gehören. Zudem werden Lukas Freund und Silas Roes vorzeitig zum Senior erklärt. Vor allem in Freund sieht Driever eine Menge Potenzial: „Lukas hat eine sehr gute Übersicht und kann überragende Pässe schlagen. Aber in der A-Jugend hat er auch schon seine Torjägerqualitäten unter Beweis gestellt. Allerdings wird man sehen müssen, wie er die Umstellung von der Leistungsklasse in die Kreisliga A hinbekommt, da es schon ein großer Sprung ist. Aber wir werden ihn behutsam aufbauen.“

Neben den A-Jugendlichen werden außerdem Torwart Marius Hakvoort und Abwehrspieler Jonas Wolters aus der zweiten Mannschaft, die in der Kreisliga B spielt, in die erste Mannschaft hochgezogen. „Natürlich wird es schwierig werden, die Spieler, die den Verein verlassen haben, zu ersetzen, aber wir müssen es mit den jungen Wilden schaffen. Ich glaube, dass wir jetzt einen guten Mix aus erfahrenen und jungen Spielern haben. Es macht Spaß, mit der Mannschaft zu arbeiten“, zeigt sich Driever trotz der Verluste durchaus optimistisch.

In der vergangenen Spielzeit belegte die Westfalia den sechsten Tabellenplatz in der Kreisliga A. Von den Teams unter den ersten Sechs kassierte die Driever-Elf die meisten Gegentore. Deshalb möchte der Linienchef vor allem an der Defensive arbeiten: „Unser Hauptaugenmerk in dieser Saison liegt darauf, hinten etwas kompakter zu stehen und etwas weniger Gegentore zu kassieren. Dass wir Tore schießen können haben wir in den drei Jahren, in denen ich Trainer bin, immer wieder bewiesen.“

Den sechsten Platz aus der letzten Saison würde der Anholter Trainer am liebsten bestätigen. Doch auch Driever weiß, dass das nicht einfach wird. „Mir ist bewusst, dass es nach den Abgängen schwieriger wird, doch ich denke, dass wir immer noch das Potenzial haben, um zwischen Platz fünf und acht zu landen. Trainer werden immer an Ergebnissen gemessen, doch es gibt auch noch andere Faktoren. Wir haben es zum Beispiel in der Vergangenheit geschafft, Spieler zu entwickeln und auch mal wieder eine Einheit auf den Platz bekommen. Das sind dann auch Sachen, wo dran ich mich orientiere und nicht nur an dem Tabellenplatz“, erklärt Driever und ergänzt: „Die Qualität in der Kreisliga A bleibt bestehen. Ich glaube sogar, dass es noch ausgeglichener wird als letzte Saison und jeder jeden schlagen kann. Daher wird es auch immer von der Tagesform abhängig sein. Dennoch gehe ich davon aus, dass die beiden Aufsteiger aus dem Quartett SV Spellen, TuB Mussum, SV Haldern oder SV Rees kommen.“

Und auf zwei von Drievers Favoriten trifft die Westfalia direkt in den ersten vier Spielen. Am dritten Spieltag geht es zum TuB Mussum (Mittwoch, 21. August) und am vierten empfangen die Anholter den SV Haldern (Sonntag, 25. August) zum kleinen Derby. Zuvor bekommen es die Schwarz-Weißen mit den beiden Aufsteigern GSV Suderwick (Samstag, 10. August) und HSC Berg (Mittwoch, 14. August) zu tun. „Wir haben ein schweres Auftaktprogramm erwischt. Ich spiele zu Beginn ungern gegen die Aufsteiger, weil man nie weiß, was auf einen zukommt. Zudem stehen uns in den ersten Wochen fünf Stammspieler nicht zur Verfügung“, so Driever.

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