Ungeschlagener Spitzenreiter

Die Erfolgsgeschichte des Fußball-Bezirksligisten RSV Praest bekommt allmählich das Format eines dicken Wälzers. Morgen wollen die Gelb-Schwarzen im Heimspiel gegen die Spvgg. Kessel das nächste Kapitel schreiben.

Praest Wer am vergangenen Sonntag Roland Kock zuhörte, als er über das Spiel beim SV Geldern-Veert sprach, musste zunächst von einer glatten Niederlage des Fußball-Bezirksligisten RSV Praest ausgehen. Doch weit gefehlt: Soeben hatte der Aufsteiger mit einem 1:0-Auswärtssieg die Tabellenführung übernommen. Dennoch meinte der ehrgeizige Spielertrainer nach dem Schlusspfiff: „Wir müssen uns bei unseren Fans entschuldigen, die die weite Anreise in Kauf genommen haben.“

„Nur 50 Prozent übernommen“

Auch noch einige Tage nach dem Spiel steht der 39-Jährige zu seinen Worten: „Ich habe mich sehr über die Art und Weise geärgert, wie wir in Veert aufgetreten sind. Jeder Spieler hat höchstens 50 Prozent seines Potenzials abgerufen.“ Offensichtlich sind die Gelb-Schwarzen mittlerweile also bereits in der Lage, manche Spiele im Schongang zu gewinnen. Der Aufsteiger ist nach fünf Runden immer noch ungeschlagen – das kann ansonsten nur Titelaspirant Blau-Weiß Dingden von sich behaupten, der momentan auf Platz drei steht.

Morgen werden sich die Praester Höhenflieger allerdings steigern müssen, wenn sie ihre weiße Weste behalten wollen. Denn die Mannschaft der Spielvereinigung Kessel, die ab 15 Uhr ihre Visitenkarte im Stadion „Am Offenberg“ abgibt, hinterließ bislang in der Fremde einen ausgezeichneten Eindruck. Bei Fortuna Elten (5:1) und beim SV Rees (5:2) behielten die Schützlinge von Trainer Marco Schacht jeweils glatt die Oberhand. Entsprechend großen Respekt hat auch Kock vor dem morgigen Gegner: „Kessel verfügt über eine sehr kompakte Mannschaft, die insbesondere bei Standardsituationen brandgefährlich ist. Ich rechne mit einem offenen Schlagabtausch.“

Der Spielertrainer, der vor zwei Wochen in der Partie gegen den VfR Warbeyen eine Zerrung erlitt, wird voraussichtlich morgen noch einmal pausieren müssen. Für den Chef übernimmt Andre Scholten die Aufgabe des Liberos. Fraglich ist auch der Einsatz von Stürmer Pavel Wiernicki, während Mittelfeldakteur Holger Wilhelm (verletzt) in jedem Fall zuschauen muss.

(RP)