Lokalsport: TuS Haffen-Mehr muss Verlieren lernen

Lokalsport : TuS Haffen-Mehr muss Verlieren lernen

Fußball: Die Mannschaft wurde in ihrer Aufstiegssaison überhaupt nicht gefordert. Trainer Frank Potthoff weiß jedoch, dass sich dies in der Kreisliga B jetzt ändern wird. Die Neuzugänge sorgen im Kader für eine Konkurrenzsituation.

Die vergangene Saison war für den TuS Haffen-Mehr ein Spaziergang durch die Kreisliga C. Am Ende stand der verdiente und eigentlich nie gefährdete Aufstieg. "Wir waren zu stark für die Liga", sagt Trainer Frank Potthoff rückblickend. Natürlich soll die Aufstiegseuphorie die Mannschaft auch in der Kreisliga B (Gruppe 2) tragen, aber Potthoff weiß genau, dass andere Zeiten auf seine Spieler zukommen werden. "Wir müssen verlieren lernen. Das gehört auch dazu. Und trotzdem muss die Stimmung in der Mannschaft gut bleiben."

Das Stimmungsbarometer in einem Team kann selbstredend nur so hoch sein, wie es der einzelne Spieler steigen lässt. Der Aufsteiger kann auf eine komplett eingespielte Mannschaft zurückgreifen. Aus dem Aufsteigerteam hat sich lediglich Marcel Lerf verabschiedet, der als Coach die Reserve des SV Bislich übernimmt. Bislich ist auf der anderen Seite keine Einbahnstraße. Denn gleich ein Trio des Bezirksliga-Absteigers wechselte zum TuS.

Zum einen ist dies Sven Sextro. Der Torhüter wird allerdings vorerst nicht aktiv eingreifen können, da er unter hartnäckigen Rückenproblemen leidet. Der 30-Jährige macht aktuell zwar bei Laufeinheiten mit, kümmert sich aber ansonsten lediglich als eine Art Torwarttrainer um Markus Jansen. Tobias Wissing ist für die Abwehr vorgesehen. "Er ist eine absolute Verstärkung", sagt Potthoff, der ebenfalls eine Trainervergangenheit beim SV Bislich hat, über den 30-Jährigen. "Gegen Tobias einen Zweikampf zu gewinnen, wird schwierig." Als Dritter im Bunde kam Richard Beenen aus Bislich. Der Offensivakteuer sollte Haffen-Mehr weiterbringen, glaubt Potthoff.

Einen guten Eindruck hat in der bisherigen Vorbereitung auch Tim Damhus hinterlassen. Der 27-Jährige wechselte von GW Flüren und kann in der Defensive flexibel auf den Außenbahnen eingesetzt werden. Aus der eigenen A-Jugend kam Claas Gerwers. Der Mittelfeldspieler steht vor seiner ersten Saison bei den Senioren.

Darüber hinaus wurden zwei A-Jugendliche vorzeitig zu Senioren erklärt. Aber sowohl bei Sebastian Ostendorf als auch bei Max Schnelting geht es vorrangig darum, sich an den Seniorenbereich zu gewöhnen. Während Ostendorf ein laufstarker Mittelfeldspieler ist, tummelt sich Schnelting in der Sturmspitze.

Insgesamt spricht Potthoff von "deutlichen Verstärkungen" für eine "eingespielte Mannschaft". Besonders positiv sei es, dass nun beim Training mehr Quantität vorhanden sei, dadurch eine Konkurrenzsituation entstehe. "Wir haben bei den Neuzugängen ganz besonders darauf geachtet, dass es auch menschlich passt", sagt der TuS-Trainer.

In den Wochen bis zum Saisonstart am 20. August geht es nun darum, die Neuzugänge zu integrieren und sich wieder als Mannschaft zu finden. "Die Selbstverständlichkeit aus der vergangenen Saison ist noch nicht da", stellte Potthoff fest. So konnte bisher auch noch nicht aus einem Guss trainiert werden, Schützenfest und Parookaville sorgten für Fehlzeiten.

Der Coach ist dafür bekannt, dass er Wert auf gepflegten Fußball legt. Das ballorientierte Spiel will er weiter pflegen. Ob im 4-4-2- oder aber im 4-2-3-1-System, in dem in der vergangenen Saison meistens operiert wurde, bleibt offen. Eventuell könnte sich eine Systemumstellung auf 4-3-3 anbieten, die Spielertypen sind jedenfalls im Kader vorhanden. "Die Vorbereitung ist auch dafür da, um verschiedene Dinge auszuprobieren", so der Übungsleiter.

Der TuS Haffen-Mehr betritt als Aufsteiger Neuland. Und auch Potthoff gibt offen zu, dass er viele Mannschaften nicht kennt. "Wir haben für diese Saison keine Platzierung als Ziel ausgegeben - außer den Klassenerhalt. Aber das ist ja logisch", so der TuS-Trainer.

(RP)
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