1. NRW
  2. Städte
  3. Emmerich
  4. Sport

Lokalsport: SVV will im Aufstiegsrennen mitmischen

Lokalsport : SVV will im Aufstiegsrennen mitmischen

Fußball-Bezirksliga: Die Konkurrenz für den SV Vrasselt wird groß sein, doch auch nach der neuen Gruppeneinteilung setzt Trainer Sascha Brouwer "oben mitspielen" zum Ziel. Mathias Pfände wird für die Mannschaft ein Verlust sein.

Töne wie aus Scherpenberg würden Sascha Brouwer so nicht über die Lippen kommen. "Wir wollen oben mitspielen", antwortet der Trainer des SV Vrasselt auf die Frage nach dem Saisonziel. Nach Platz zwei in der vergangenen Saison und dem endgültigen Ende des Aufstiegstraums in der Relegation wollen die Verantwortlichen rund ums Stadion Dreikönige nicht tief stapeln. Aber sie legen Wert auf Realismus. Dazu gehört, dass Brouwer etliche weitere Kandidaten sieht, die ans Tor der Landesliga anklopfen können. Der Übungsleiter nennt Scherpenberg als Top-Favoriten. "Die sind wohl die Bayern der Liga. Sie gehen mit ihren Zielen sehr offensiv um", sagt der 41-Jährige.

Aber auch Landesliga-Absteiger Viktoria Goch verfüge über viele Spieler, die eine Klasse höher Erfahrungen gesammelt haben. Nur schwer einschätzbar sei, wie die Reserve der SV Hönnepel-Niedermörmter die nächste Spielzeit angehen werde. "Aber auch der RSV Praest wird eine Rolle spielen", sagt Brouwer über den Lokalkonkurrenten. "Und dann gibt es für mich noch ganz viele Unbekannte. Der Quervergleich mit der vergangenen Saison ist schwierig." Im Prinzip sei die Situation ähnlich wie im vergangenen Sommer, als die Vereine aus Oberhausen und Bottrop Neuland darstellten. "Es wird fünf bis sechs Spieltage dauern, bis sich in der Tabelle zeigt, wo für die einzelnen Vereine die Reise hingeht", sagt Brouwer.

Eben weil vieles bei der Konkurrenz noch Raum für Spekulationen lässt, wollen sich die Vrasselter in der Vorbereitung auf ihr eigenes Spiel konzentrieren. "In der Vorbereitung im vergangenen Sommer lag der Fokus auf Gegenpressing, dieses Mal werden wir vermehrt unseren Spielaufbau unter die Lupe nehmen", sagt Brouwer, der kurzfristig für heute ab 16 Uhr noch ein Testspiel daheim gegen den SC 26 Bocholt ausgemacht hat, nachdem der ursprünglich vorgesehene Gegner, der SV Rees, keine Mannschaft zusammenbekommen hat.

Der SV Vrasselt kann auf ein eingespieltes Team zurückgreifen. Im Prinzip gibt es nur einen Abgang, der richtig schmerzt. Kapitän und Torjäger Mathias Pfände hat seine Laufbahn beendet. Rund ums Stadion Dreikönige besteht jedoch die Hoffnung, dass dem 34-Jährigen vielleicht in ein paar Monaten doch wieder die Füße jucken. "Wir müssen das über die ganze Mannschaft auffangen", sagt Brouwer, der sich auch noch nicht entschieden hat, wer die Spielführerbinde von Pfände übernehmen wird.

Bei den Neuzugängen setzt der SV Vrasselt vollkommen auf die Jugend. So stoßen aus der eigenen Nachwuchsabteilung Nils Rütjes und Rainer Offergeld fest zum Bezirksliga-Kader. Cem Altun wird vorzeitig zum Senior erklärt. Das gilt auch für Fabian Berntsen. Der Hüthumer war zuletzt Kapitän der A-Junioren des 1. FC Bocholt und spielte als B-Jugendlicher in der Niederrheinliga für Rot-Weiß Oberhausen. Brouwer traut dem 18-Jährigen durchaus zu, sich in der Bezirksliga durchsetzen zu können.

Hier setzt der Trainer auf die Erfahrungen der Vergangenheit, als bereits viele junge Talente große Fortschritte gemacht haben. Exemplarisch nennt Brouwer dann Lennard Derksen, der sich in der abgelaufenen Spielzeit gut weiterentwickelt habe. "Wir wollen tendenziell eine junge Truppe aufbauen - das passt", sagt der Coach, der mit seinen 41 Jahren durchaus auch noch auf dem Feld zu sehen sein wird. "Ob ich spielen werde, ist situationsabhängig."

Der Kader des SVV umfasst 24 Akteure. Nach einer Pause ist auch Torhüter Nico Roszykiewicz wieder an Bord. "Doch wir brauchen auch einen großen Kader, da wir viele Studenten haben, die dann ab und an nicht können", sagt der Trainer. "Das war in der vergangenen Spielzeit auch unsere Stärke. Wir hatten einen breiten Kader zur Verfügung."

Das wird bei 34 Spieltagen zudem bitter nötig sein. Brouwer macht keinen Hehl daraus, dass er kein Freund einer 18er-Gruppe ist. Zwei Teams weniger würde die Belastung doch deutlich senken. Von daher überlegt Brouwer auch noch, der in der kommenden Saison weiter Markus Urselmans als Co-Trainer an seiner Seite hat, wie er auf diese Situation im Training eingehen wird. Bisher wurde bis zur Umstellung auf die Winterzeit dreimal pro Woche trainiert. Es könnte sein, dass eine Reduzierung auf zwei Einheiten pro Woche in diesem Jahr bereits früher erfolgen wird.

Diese Entscheidung wird beim SV Vrasselt ganz entspannt angegangen. Überhaupt wirken die Spieler und Verantwortlichen recht relaxt zu Beginn der Vorbereitung. Gram oder Groll, weil der Landesliga-Aufstieg in der vergangenen Saison in der Relegation nicht klappte, hegt jedenfalls niemand.

(RP)