Fußball: SVV verliert Spiel und Topstürmer

Fußball : SVV verliert Spiel und Topstürmer

Fußball: SV Vrasselt - PSV Wesel 1:3. Pokal-Aus durch Rote Karte gegen Marko Cvetkovikj mit bitterem Nachgeschmack.

SVV-Trainer Sascha Brouwer wurde Zeuge eines Kreispokalspiels, dass er sich und seinem Team rückblickend wohl gerne erspart hätte. Grund dafür war eine Szene gegen den Landesligisten PSV Wesel-Lackhausen nach gut einer Stunde Spielzeit, als Goalgetter Marko Cvetkovikj, in der zwischenzeitlich aufgeheizten Atmosphäre auf dem Vrasselter Kunstrasen, seinem Team einen Bärendienst erwies.

Auf Höhe der Mittellinie stocherte der Stürmer gegen seinen Gegenspieler nach, obwohl der Ball bereits gespielt war. Nach einem Hinweis ihres Assistenten wertete die Schiedsrichterin Jennifer Groß Weege die Aktion des 32-Jährigen als Nachtreten und zückte dementsprechend die Rote Karte. In Anbetracht ihrer zuvor sehr großzügigen Linie im zweiten Durchgang eine zumindest sehr harte Entscheidung. „Sie hat erst weiterlaufen lassen, bis der Linienrichter was gesagt hat. Dabei stand sie einen Meter neben mir, der Linienrichter war 20 Meter weg. Das war keine Rote Karte“, konnte der Stürmer die Entscheidung des Schiedsrichtergespannes überhaupt nicht nachvollziehen.

Damit muss die Brouwer-Elf in den nächsten Partien ohne die Unterstützung ihres, mit fünf Toren in der Liga, treffsichersten Spielers auskommen. „Extrem ärgerlich, Marco fehlt uns natürlich jetzt. Das ist das, was wir noch nicht hatten - eine Rote Karte. Jetzt haben wir alles durch“, so der Vrasselter Übungsleiter, der mit einer Sperre von mindestens vier Spielen rechnet, mit einer Portion Galgenhumor.

Hinzu kommt eine Verletzung von Maik Boch, der nach einer rüden Grätsche seines Gegenspielers, die nicht einmal mit einem Freistoß geahndet wurde, in der 55. Minute ausgewechselt werden musste. So bekommt das Pokal-Aus für den Vrasselter Linienchef einen ganz bitteren Nachgeschmack, fraglich, ob die Vrasselter in der nächsten Saison erneut im Pokal antreten werden. Das Ergebnis war bei der 1:3-Niederlage nach dem Abpfiff nur Nebensache.

Durch einen Fernschuss von Cvetkovikj gingen die Hausherren in der 21. Minute in Führung, hatten wenig später bei einem Lattentreffer von Murat Dogu dann aber Pech und verpassten das 2:0 nur um wenige Zentimeter. Nach einer halben Stunde konnte Sebastian Eisenstein für die Gäste ausgleichen und in der 39. Minute ging der PSV durch ein Eigentor von Torben Kroker in Front.

„Es war in Ordnung, wir hatten auch noch den ein oder anderen Konter. Dafür, dass wir extrem improvisiert haben, war alles im grünen Bereich“, war Brouwer trotz des 1:2-Halbzeitstandes nicht unzufrieden.

Nach der Pause hatten die Hausherren durch Nick Konopatzki und Cvetkovikj die ersten Gelegenheiten zum Ausgleich, ehe das Spiel zusehends ruppiger wurde. „Da wurde vorher nicht konsequent gepfiffen, ein paar Freistöße, die klar waren, die sie nicht pfeift. So ist, glaube ich, insgesamt etwas Frust aufgekommen, dadurch hat sie das Spiel dann etwas aus dem Griff verloren“, musste Brouwer mitansehen wie das Unheil seinen Lauf nahm.

Das hektische Treiben auf dem Platz gipfelte dann nach einer Stunde in der Roten Karte gegen den Torschützen. „Ansonsten haben wir uns ordentlich verkauft und bis zur 70. Minute dann auch kein weiteres Gegentor gekriegt. Mit zehn Mann rennt man am Ende natürlich nur noch hinterher“, so Brouwer, dessen Team in der 71. Minute noch das 1:3 kassierte.

Das Hauptaugenmerk liegt nun auf der Bezirksliga-Partie am Sonntag gegen den Vorletzten TuS Stenern. „Jetzt müssen wir erstmal gucken, wer alles spielen kann“, hat Brouwer vor der Auswärtsfahrt erneut Personalprobleme. Marco Buscher, Niklas König, Lennard Derksen drohen beim Tabellenzwölften auszufallen. „Extrem viele Fragezeichen und trotzdem brauchen wir Punkte. Wir müssen punkten gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf, nur die Vorzeichen werden jetzt mit der Roten Karte nicht besser.“

Hoffnung macht dem Vrasselter Übungsleiter der Einsatz seiner Elf in den vergangen Partien. Daher soll die Serie von zuletzt vier Spielen ohne Niederlage in der Liga und somit auch der Zwei-Punkte-Vorsprung auf Stenern nach Möglichkeit ausgebaut werden.