Lokalsport: Sven Esser hört bei der HSG Wesel auf

Lokalsport : Sven Esser hört bei der HSG Wesel auf

Der Trainer des Handball-Oberligisten gibt sein Amt zum Saisonende ab. Der 40-Jährige sucht nach fünf Spielzeiten eine neue Herausforderung, arbeitet aber als Geschäftsführer weiter für die HSG Wesel. Sein Nachfolger steht noch nicht fest.

Im Sommer 2013 kehrte Sven Esser auf die Trainerbank der HSG Wesel zurück. Es begann eine höchst erfolgreiche Zeit. Der HSG gelang die direkte Rückkehr in die Handball-Verbandsliga, in der Spielzeit 2015/16 schaffte sie sogar den Sprung in die Oberliga.

Fünf Jahre nach seinem Wiedereinstieg wird der 40-Jährige das Amt niederlegen. Am 12. Mai hat Esser ein letztes Mal das Sagen an der Linie, wenn der MTV Rheinwacht Dinslaken in Wesel antritt. "Mit einem Nachbarschaftsduell aufzuhören, das ist nicht so verkehrt", sagt der Coach. Einen Nachfolger für ihn gibt es noch nicht. Einen neuen Club hat Esser auch noch nicht.

Doch diese beiden Aspekte spielten bei seiner Entscheidung keine Rolle. Ausschlaggebend waren andere Gründe. "Nach fünf Jahren ist ein Zeitpunkt gekommen, wo sich vieles wiederholt. Eine gewisse Abnutzungserscheinung ist nach so einer langen Zeit nun mal da", sagt Esser. Bei seinem ersten Engagement bei der HSG (ab 2003) blieb er sogar sechs Spielzeiten. Im ersten Jahr arbeitete er allerdings in einem Trainer-Trio an der Seite von Hans Jäger und Michael Hillig, ehe er danach alleinverantwortlich den Job übernahm. "Vielleicht muss jetzt einfach mal ein frischer Wind reinkommen", so Sven Esser.

Er wird nach seinem Ausscheiden als Trainer aber weiter mit Michael Hillig als Geschäftsführer der HSG agieren. Sven Esser ist damit auch für die Suche nach dem eigenen Nachfolger mitverantwortlich. Sein Co-Trainer Christian Pannen wird sich dieser Aufgabe aus zeitlichen Gründen nicht stellen. "Er kann sich aber vorstellen, weiter als Co-Trainer zu arbeiten. Allerdings hängt dies natürlich auch davon ab, wer der neue Coach wird", sagt Esser, der sich trotz seiner beiden sechs Monate alten Zwillinge Linus und Joris nicht vom Handball zurückziehen will.

"Natürlich ist der Zeitaufwand im Handball immens, besonders bei den Auswärtsspielen. Aber ich habe schon Lust, noch einmal etwas ganz Anderes zu machen", sagt der 40-Jährige. Bis zum abschließenden Spiel gegen den MTV Rheinwacht Dinslaken wartet auf Esser und seine Mannschaft noch einmal die Herausforderung, den Klassenerhalt zu schaffen und dem Nachfolger damit ein Oberliga-Team zu übergeben. "Wir werden in den letzten 20 Spielen versuchen, irgendwie in der Liga zu bleiben. Ich bin auch davon überzeigt, dass uns das gelingen wird", sagt der Trainer.

Überrascht von dem Schritt des Trainers zeigte sich die Mannschaft. Der frühe Zeitpunkt verblüffte ein wenig. "Wir gehen nicht ohne Grund so frühzeitig damit nach draußen", sagt Esser. Als Geschäftsführer hofft er, dass seine Nachfolge-Entscheidung zeitnah erfolgt. Allein schon, damit die Spieler aus dem aktuellen Kader in Sachen Trainer Planungssicherheit besitzen. Heiße Kandidaten für den Job gibt es bei der HSG Wesel bislang nicht. Esser: "Aber wir haben schon die eine oder andere Idee."

Dabei bevorzugen die Verantwortlichen eine Lösung außerhalb des Vereins. "Unser erstes Bestreben ist es, jemanden von auswärts zu holen, der auch neue Ideen reinbringt", sagt Esser. Zudem glaubt er, dass ein neues Gesicht auf der Bank auch mal wünschenswert wäre. Denn das Team wurde seit 2003 nur von Sven Esser oder Christian Pannen trainiert.

(RP)