Lokalsport: SV Bislich peilt sofortigen Wiederaufstieg an

Lokalsport : SV Bislich peilt sofortigen Wiederaufstieg an

Trainer Bernd Pagojus will mit der Mannschaft so schnell wie möglich in die Fußball-Bezirksliga zurückkehren.

Bernd Pagojus hat Urlaub genommen, er lenkt sich trotz der hohen Temperaturen mit Gartenarbeit ab. Natürlich schweifen die Gedanken immer wieder ab - zum Sonntag, zum 0:2 gegen den Hamminkelner SV, zum Abstieg des SV Bislich aus der Fußball-Bezirksliga. "Wir haben leider zu spät die Kurve bekommen", sagt der Trainer, der erst zur Winterpause zum Neuling gewechselt war. Mit der Vergangenheit, die zum Abstieg geführt hat, will er sich nicht groß beschäftigen. Er blickt nach vorne. "Wir werden alles daran setzen, so schnell wie möglich in die Bezirksliga zurückzukehren." Seine Söhne Nils und Erik hat er für das Unternehmen Wiederaufstieg verpflichtet. Zudem liegt Bernd Pagojus der Teamgeist besonders am Herzen.

Von der Unruhe in der Mannschaft hatte der Coach auch schon vor seinem Einstieg beim SV Bislich gehört. Trotzdem hält er auch im Nachhinein den Zeitpunkt für richtig, an dem er Nachfolger von Steffen Herden geworden ist. "Ich glaube nicht, dass es besser gewesen wäre, erst zur neuen Saison zu kommen", sagt Pagojus. Dabei räumt er ein, dass er sich die Aufgabe "einfacher vorgestellt" hatte. "Da lag intern schon einiges im Argen." Dies will er nicht nur an der Person Marvin Prietzel festmachen. Doch nach der 0:3-Niederlage in Goch geriet der 28-jährige Kicker aufs Abstellgleis. "Da habe ich ihm mitgeteilt, dass er nicht mehr zum Zuge kommt", sagt der Coach. Eine Fußverletzung von Prietzel war vorgeschoben.

Für seine erste kompletten Saison inklusive Vorbereitung beim SV Bislich hat Pagojus eine Zielsetzung auf der Prioritätenliste ganz nach oben gesetzt. "Wir müssen als Mannschaft funktionieren." Und da sieht er den Dorfverein auf einem guten Weg, der sich auch beim Abstieg gezeigt habe. Nach dem Abpfiff der Partie gegen den Hamminkelner SV seien die Spieler am Platz geblieben. "Das wäre vor zwei, drei Monaten nicht der Fall gewesen, da wären alle nach so einem Spiel verschwunden", sagt Pagojus. Das Team sei jetzt enger zusammengerückt.

Bei den Neuzugängen habe er darauf geachtet, dass es passt. Als Keeper kommt sein 20-jähriger Sohn Erik Pagojus, der sich nach seiner Zeit beim Weseler SV komplett auf Bodybuilding konzentriert hat und vom Vater reaktiviert wurde. Sohn Nils kickte in der abgelaufenen Saison für den Oberliga-Absteiger SV Hönnepel-Niedermörmter. Der 21-jährige Mittelfeldspieler legt sein Hauptaugenmerk nicht mehr auf den Fußball - Beruf und Studium haben Vorrang. Reibungspunkte in der Vater-Söhne-Beziehung erwartet Bernd Pagojus nicht. "Sie werden so aufgestellt, wie sie trainieren und spielen. Da sehe ich keine Probleme." Weitere Zusagen gibt es von Niklas Franzkowiak (SV Ringenberg), Sebastian Giesen (PSV Wesel A-Jugend) und Simon Mai (SV Bislich II). Der Coach ist noch auf der Suche nach einem Innenverteidiger und einem zweiten Torhüter, um Keeper Sven Scholten als Co-Trainer wieder an der Seite zu haben.

Neben Marvin Prietzel gehen Tobias Wissing, Sven Sextro, Richard Beenen (alle TuS Haffen-Mehr), Sebastian Weinkath, Hasan Hamzaoglu (beide PSV Wesel) und Harutjun Kodak (SV Brünen). "Es gibt keinen großen Aderlass. Aber es war auch das Ziel, die Mannschaft weitgehend zusammenzuhalten", sagt der Trainer.

(RP)
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