Fußball : Streitfall Kastein

Ein Trainer zwischen den Stühlen: Freddy Kastein hatte Rheingold bereits im Januar zugesagt, die Fußballerinnen auf Erfolgskurs zu bringen. Doch inzwischen buhlt auch die Eintracht um die Dienste des 52-jährigen Übungsleiters.

Im Emmericher Fußball zeichnet sich ein handfester Nachbarschaftsstreit ab. Im Mittelpunkt steht Trainer Freddy Kastein. Dieser hatte dem VfB Rheingold bereits im Januar die Zusage gegeben, sich beim Traditionsverein künftig in Sachen Frauenfußball zu engagieren.

Zwei Monate später war die Eintracht auf den Plan getreten, nachdem sich der C-Ligist von Trainer Johannes Engels getrennt hatte. Der erfahrene Übungsleiter, der zuletzt beim Bezirksligisten SV Rees gearbeitet hatte, sollte dem Club nach Möglichkeit im Saison-Endspurt noch zur Rückkehr in die Kreisliga B verhelfen.

So weit, so schlecht. Denn plötzlich kam die Eintracht auf die Idee, Kastein beim Lokalrivalen loszueisen und als Trainer für die kommende Saison zu präsentieren. Mit diesen Plänen stieß der neue Eintracht-Obmann Ulli Mebus bei den Rheingold-Verantwortlichen allerdings auf Granit. "Er hat sich an unseren stellvertretenden Vorsitzenden Stephan Holzum gewandt und eine klare Absage erhalten. Denn wir möchten in Zusammenarbeit mit Freddy Kastein im Bereich Frauenfußball einiges bewegen", sagte Rheingold-Geschäftsführer Thomas Voetmann.

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"Unseriöses Verhalten"

Doch die Eintracht, die mit aller Macht die unterste Spielklasse verlassen möchte, gab sich noch längst nicht geschlagen. Mebus und seine Mitstreiter der Fußball-Abteilung redeten so lange auf Freddy Kastein ein, bis dieser sich schließlich bereit erklärte, in der kommenden Saison zweigleisig zu fahren. Der Lokalrivale kann dafür keinerlei Verständnis aufbringen.

Voetmann: "Das ist unseriöses Verhalten. So stelle ich mir keine Zusammenarbeit zwischen Stadtrivalen vor. Wir haben uns jetzt mit Freddy Kastein darauf geeinigt, dass seine Tätigkeit bei uns absoluten Vorrang hat. Aushilfsweise springt er dann noch bei der Eintracht ein, die ihre Hausaufgaben offensichtlich nicht gemacht hat."

Kastein wird sich am Freitag mit den Spielerinnen des VfB Rheingold treffen und über die Zukunftspläne sprechen. Die Mannschaft soll den Aufstieg in die Bezirksliga schaffen — mit der Unterstützung talentierter Juniorinnen aus den eigenen Reihen. Außerdem möchte Rheingold Verstärkungen verpflichten, um das Kreisliga-Team auf Erfolgskurs zu bringen. Denkbar ist beispielsweise eine Rückkehr von Torhüterin Jacqueline Wiese, die zurzeit beim Bezirksligisten SV Haldern aktiv ist. Auch mit Melanie Böcker vom SV Rees sollen Gespräche geführt werden.

(RP)