Fußball: Startschuss für Projekt Kunstrasenplätze

Fußball : Startschuss für Projekt Kunstrasenplätze

Die Arbeiten haben beim SV Haldern begonnen. In rund zwölf Wochen kann auf dem künstlichen Grün gekickt werden. Im kommenden Jahr geht es beim SV Rees und bei Fortuna Millingen weiter.

Der Blick von Christoph Gerwers richtet sich auf die Arbeiten mit schwerem Gerät an der anderen Seite des Platzes. Seine Lederschuhe werden zum Staubmagneten. Doch dieses Gefühl kennt der Reeser Bürgermeister noch von früher. „Hier war mal ein Aschenplatz, den habe ich noch selber bespielt“, erinnert sich Gerwers. „Der war immer knochenhart.“

Die Zeit des Aschenplatzes ist beim SV Haldern lange vorbei. Doch mittlerweile ist auch die Grasnarbe des zweiten Rasenplatzes im Lindenstadion abgetragen. Denn die Arbeiten für den ersten Kunstrasenplatz auf Reeser Stadtgebiet sind in vollem Gange.

Die Tiefbauarbeiten werden aktuell von der Firma Nienhaus aus Borken ausgeführt. Wenn diese vorbereitenden Maßnahmen abgeschlossen sind, wird sich die Firma Polytan aus Halle dann um den eigentlichen Kunstrasenbelag kümmern.

Die Stadt Rees hat dabei Wert auf Qualität gelegt. Gerade auch beim Granulat sind die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse aufgenommen worden. „Hier wird Korkgranulat verwendet“, berichtet Andreas Böing, der die Bauleitung für die Stadt übernommen hat. Gerade das früher häufig aus alten Autoreifen hergestellte Granulat war zuletzt als gesundheitlich belastend eingestuft worden. Für den Kunstrasenplatz in Haldern liegen die Kosten bei 590 000 Euro. Die Abschreibung erfolgt auf 20 Jahre.

Das Stadtoberhaupt ist dann auch „ein bisschen stolz“, dass nun das Projekt Kunstrasen umgesetzt wird, das auf einen Vorschlag der Verwaltung zurückgeht. „In den vergangenen beiden Wintern waren die Witterungsbedingungen so schlecht, dass die Fußballer teilweise über Wochen nicht trainieren konnten und es etliche Spielausfälle in Rees gegeben hat“, sagt Gerwers. In Zusammenarbeit mit den Vereinen wurde ein Konzept zur Errichtung von Kunstrasenplätzen bei allen fünf Fußballvereinen im Stadtgebiet entwickelt.

Der Rat gab dann im vergangenen Herbst grünes Licht. Haldern nimmt übrigens die Pole Position ein, weil der Verein die meisten aktiven Jugendlichen vorweisen kann. Anhand dieses Kriteriums wird auch die weitere Reihenfolge abgearbeitet. Im Jahr 2020 werden Kunstrasenplätze auf der Anlage des SV Rees an der Ebentalstraße und bei Fortuna Millingen folgen. 2021 sind dann BW Bienen und der TuS Haffen-Mehr dran. Wobei bei den beiden letztgenannten Vereinen nicht schon offiziell genutzte Spielfelder umgewandelt werden. In Bienen wird der Grünstreifen hinter der Turnhalle mit Kunstrasen ausgestattet. Im Paradiesstadion in Haffen-Mehr wird das künstliche Grün auf einer angrenzenden Fläche am Vereinsheim verlegt.

Alle Reeser Vereine konnten in den Niederlanden einen Kunstrasen testen. Erst danach wurde entschieden, die Kunstrasenplätze nach niederländischer Bauweise zu errichten.

Über der Drainage kommt eine Sandschicht von 36 Zentimeter. Es folgt eine ungebundene Tragschicht von noch einmal zehn Zentimeter, ehe zum Abschluss der eigentliche Kunstrasen (sechs Zentimeter) thront. Diese Bauweise hat den Vorteil, dass bei einer Reparatur oder der turnusmäßigen Erneuerung die oberste Kunstrasenschicht relativ problemlos abgetragen und neu verlegt werden kann. Das 67 x 103 Meter große Spielfeld in Haldern wird komplett umzäunt. Der Verein darf dort später Bandenwerbung anbringen.

Mehr von RP ONLINE