Fußball : Spielmacher gesucht

Die Euphorie ist beim Landesliga-Aufsteiger RSV Praest schon nach wenigen Wochen verflogen. Das Problem: Die Mannschaft hat im Mittelfeld eine Leerstelle. Trainer Roland Kock sucht noch seinen Nachfolger auf dem Spielfeld.

Die schlimmsten Befürchtungen haben sich schon nach kurzer Zeit bestätigt. Nach acht Spielen steht fest, dass sich der RSV Praest in seiner ersten Saison in der Fußball-Landesliga auf eine lange Zitterpartie einstellen muss. Nach der 1:3-Heimniederlage gegen den Titelaspiranten Viktoria Goch sind die Gelb-Schwarzen auf einen Abstiegsplatz zurückgefallen. Schnelle Besserung ist nicht unbedingt in Sicht.

Dabei liest sich die bisherige Bilanz des Aufsteigers gar nicht einmal so schlecht. Bislang hat die Mannschaft um Trainer Roland Kock nur ein richtig schlechtes Spiel gezeigt: vor zehn Tagen beim 1:1 gegen TuB Bocholt. Ansonsten scheinen auf den ersten Blick alle Voraussetzungen gegeben, um in der Landesliga eine gute Rolle spielen zu können. Der ehemalige Juniorennationalspieler Sebastian Kaul erledigt in der Abwehr unaufgeregt seinen Job. Kapitän Benedikt Derksen ist im defensiven Mittelfeld als Abräumer die Zuverlässigkeit in Person. Juri Wolff und Pierre Elspaß, Neuzugänge vom Bezirksliga-Absteiger VfB Rheingold Emmerich, haben den Sprung in die Landesliga auf Anhieb geschafft und sich als erhoffte Verstärkungen erwiesen. Und mal abgesehen vom vergangenen Sonntag, als Viktoria Goch phasenweise im Stil eines Titelaspiranten im Volksbank-Stadion auftrat, war noch kein Gegner drückend überlegen.

  • Lokalsport : Bezirksliga-Spiel des RSV Praest erneut auf Eis gelegt
  • Lokalsport : 2:4 - RSV Praest leistet sich zu viele individuelle Fehler
  • Lokalsport : 7:3 - RSV Praest verschafft sich Luft im Abstiegskampf

Hoffnungsträger Fais Almami

Bei genauerer Betrachtung wird der Grund dafür deutlich, weshalb der RSV Praest bisher nur einen Sieg (3:2 gegen Schlusslicht Borussia Bocholt) geschafft und sechs Punkte gesammelt hat. Es fehlt exakt der Spielertyp, wie ihn einst Roland Kock verkörpert hat. Er war der Spielmacher, der die finalen Pässe drauf hatte, Torgefährlichkeit ausstrahlte und Freistöße noch im Halbschlaf verwandelte. Erst jahrelang beim VfB Rheingold, von 2005 bis '09 dann auch noch am Beginn der Erfolgsgeschichte seines Heimatvereins RSV Praest. Der Mann, der die vakante "10" übernehmen kann, ist schon seit Monaten verletzt. Fais Almami fehlt dem Aufsteiger an allen Ecken und Enden. Mit dem Techniker, der einen Knorpelschaden am Knöchel hatte und sich im Sommer einer Operation unterzogen hat, hätte der RSV Praest vier bis fünf Punkte mehr auf seinem Konto und stünde damit im halbwegs gesicherten Mittelfeld.

Auf seinem Comeback, das im kommenden März geplant ist, ruhen die Hoffnungen im Lager des Neulings. Bis dahin bleibt nur eins: So viele Punkte sammeln, dass der Zug in Richtung Klassenerhalt nicht frühzeitig abfährt.

(RP/ac)