Sitzvolleyball: Das Aus kommt schon in der Vorrunde

Sitzvolleyball-Weltmeisterschaft : Das Aus kommt schon in der Vorrunde

Dominik Albrecht ist eigentlich erfolgsverwöhnt. Doch bei der Weltmeisterschaft in den Niederlanden erwischt der Halderner mit der deutschen Nationalmannschaft eine extrem schwierige Vorrundengruppe.

Dominik Albrecht ist erfolgsverwöhnt. Fünfmal wurde er Deutscher Meister. 2015 wurde er Vize-Europameister. Bei den Paralympics in Rio sprang der sechste Platz heraus. Doch dieses Mal sollte es nicht sein. Der aus Haldern stammende und für den TSV Bayer 04 Leverkusen spielende Sitzvolleyballer erlitt mit der deutschen Nationalmannschaft das Vorrunden-Aus bei der Weltmeisterschaft, die aktuell in den Niederlanden stattfindet.

„Iran ist der amtierende Paralympicssieger und Russland amtierender Europameister. Das sagt eigentlich schon alles über die Stärke unserer Gruppe aus. Aber wir nehmen es, wie es kommt“, wusste Mannschaftskapitän Stefan Hähnlein schon vor dem Turnier ob der Schwere der Aufgabe.

Zunächst ging es gegen Russland. Die Deutschen zogen mit 0:3 den Kürzeren (18:25, 14:25, 24:26). Damit stand die Mannschaft um Dominik Albrecht im zweiten Gruppenspiel in Venlo gegen den Rekord-Weltmeister Iran mächtig unter Druck. Doch erneut sollte es eine 0:3-Niederlage setzen (20:25, 9:25, 13:25). Da auch Russland sein zweites Gruppenspiel gegen Japan gewinnen konnte, waren die Deutschen ausgeschieden, da sich nur der Gruppenerste und der Gruppenzweite für das Viertelfinale qualifizieren.

Dass Deutschland mit zwei so starken Teams in einer Vorrundengruppe spielte, lag im Übrigen an einer etwas unglücklichen Auslosung. Denn der Ausschluss der russischen Mannschaft von den Paralympics in Rio sollte sich nun als Bumerang für die deutsche Nationalmannschaft erweisen. Da die Russen in Rio für ihre Weltranglistenplatzierung keine Punkte sammeln konnten, wurde der amtierende Europameister weit schlechter eingestuft, als es die wirkliche Spielstärke hergeben würde.

Dominik Albrecht verfügt vor allem im Angriff über Qualitäten, Was besonders an der imposanten Statur des Halderners liegt, der 2,10 Meter groß ist und auch im Sitzen Eindruck macht. Entdeckt wurde der 31-jährige Halderner von einer echten Legende des Sitzvolleyballs, die ebenfalls aus Rees kommt. Denn Jens Faerber war im Jahr 2005 als Co-Trainer der Junioren-Nationalmannschaft aktiv.

Der Sitzvolleyball-Rekordnationalspieler schaute in dieser Funktion beim Training der BSG Rees vorbei und war schnell von den Qualitäten Dominik Albrechts überzeugt, der seitdem eine steile Karriere hingelegt hat.

Die WM in den Niederlanden bedeutet auch eine Rückkehr des Sitzvolleyballs in die Heimat. Denn im Nachbarland wurde die Sportart erfunden, bei der Menschen mit und ohne Behinderung zusammenspielen können.

Grundsätzlich wird sich auch beim Sitzvolleyball an den Volleyball-Regeln orientiert, allerdings mit kleinen Unterschieden. So darf eine Angabe geblockt worden. Die Netzhöhe liegt bei 1,15 Meter. Der Rumpf muss zum Zeitpunkt der Ballberührung Bodenkontakt haben.

(tt)
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