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Motorsport: "Schnelles Auto vom Weihnachtsmann"

Motorsport : "Schnelles Auto vom Weihnachtsmann"

Große Herausforderung für Nico Hülkenberg: In der nächsten Formel 1-Saison ist der 25-jährige Emmericher erstmals die Nummer eins in seinem Team. Vor den ersten Testfahrten im "Sauber-Boliden" genießt er die Ferien.

Es ist noch gar nicht so lange her, da stand ein Kart für den Knirps unter dem Tannenbaum. Inzwischen ist aus Klein-Nico ein großer Formel 1-Fahrer geworden. Doch die Vorfreude auf die Bescherung ist geblieben. "Ich war in diesem Jahr fast immer brav. Also darf ich darauf hoffen, dass der Weihnachtsmann für mich ein konkurrenzfähiges Auto für die nächste Saison in seinen Sack packt", scherzte der Emmericher jetzt in einem Interview mit dem Internet-Portal "Formula1.com".

Der 25-Jährige genießt zurzeit seine Ferien, die er sich redlich verdient hat. Nach anfänglichen Problemen legte Nico im "Force India"-Boliden eine ganz starke Saison hin. Elf Platzierungen unter den "Top Ten" in einem Fahrzeug der Kategorie Mittelklasse — das spricht für das fahrerische Können des Emmerichers. Um ein Haar hätte es Nico Hülkenberg im letzten Saisonrennen sogar erstmals in seiner noch jungen Formel 1-Laufbahn auf das Podium geschafft. Im "Großen Preis von Brasilien" hatte er in Absprache mit seinem Team eine exzellente Reifentaktik gewählt. Mit Slicks führte Nico auf der regennassen Fahrbahn die Konkurrenz an. Erst eine Kollision mit Ex-Weltmeister Lewis Hamilton nach einem missglückten Überholmanöver ließ den Traum vom Sprung aufs Treppchen platzen. Dennoch hat der 25-Jährige beste Erinnerungen an den Kurs von Interlagos unweit der Millionen-Metropole Sao Paulo. Schließlich hatte Nico dort bereits 2010 — damals noch als "Rookie" für Williams unterwegs — seine erste Pole Position ergattert.

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"Es scheint, als ob es eine gute Verbindung zwischen Interlagos und mir gibt. Alle Rennstrecken haben unterschiedliche Eigenheiten — wie Menschen auch. Bei einigen klickt es direkt, bei anderen wird es ein lebenslanger Kampf", sagte Hülkenberg. Der Emmericher hat längst abgehakt, dass es am 25. November nicht ganz zur großen Sensation gereicht hat. "Das Rennen war ziemlich knifflig. Da hatte ich überhaupt keine Zeit für Tagträume. Zwischen der Zeit, in der ich führte, und der karierten Flagge ist ziemlich viel passiert."

Im nächsten Jahr muss Nico Hülkenberg nach seinem Wechsel zum Schweizer Sauber-Rennstall eine völlig neue Rolle meistern. Weil sein künftiger Kollege Esteban Gutierrez als "Rookie" noch Lehrgeld zahlen muss, führt der 25-Jährige zum ersten Mal in seiner Formel 1-Karriere ein Team an. Der Emmericher stellt sich dieser Herausforderung mit dem nötigen Selbstvertrauen: "Ich fühle mich bereit dafür. Das setzt mich nicht unter Druck, sondern ist ganz im Gegenteil zusätzliche Motivation."

In den Weihnachtsferien wird der 25-Jährige noch seine Familie in Emmerich besuchen und möglichst viel Zeit mit Freunden verbringen. Fest eingeplant ist ein Kinobesuch: "Ich möchte unbedingt noch den neuen James-Bond-Film sehen." Zu Beginn des neuen Jahres wird Hülkenberg das Schweizer Örtchen Hinwil besuchen, um sich den Mitarbeitern seines neuen Rennstalls vorzustellen.

Die Verantwortlichen seines letzten Arbeitgebers sind davon überzeugt, dass der Emmericher seinen Wechsel noch bereuen wird. "Wir sind sehr traurig, dass Nico gegangen ist. Er war ein großer Gewinn für unser Team. Aber ich glaube, dass Nico uns zu einem für ihn ungünstigen Moment verlassen hat", erklärte Robert Fernley, stellvertretender Teamchef von "Force India". Seine Einschätzung begründet er vor allem mit Blick auf die Statistik der abgelaufenen Saison. "Wenn man sich die Ergebnisse nach der Sommerpause ansieht, dann haben wir eindeutig das fünftstärkste Team gestellt." Recht hat er: In der zweiten Saisonhälfte fuhren die Boliden unter indischer Flagge mit tatkräftiger Unterstützung von Nico Hülkenberg 63 Punkte ein — Sauber kam nur auf vergleichsweise magere 46 Zähler.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Formel-1-Saison 2012: Die Tops und Flops

(RP/rl)