1. NRW
  2. Städte
  3. Emmerich
  4. Sport

Kleve: Schimpftiraden, Drohungen und eingetretene Tür

Kleve : Schimpftiraden, Drohungen und eingetretene Tür

Fußball-Landesligist FSV Duisburg hat sich am Sonntag in Kleve keine Freunde gemacht. Vor, während und nach dem Spiel führten sich die Akteure dermaßen aggressiv auf, dass auch südländisches Temperament nicht als Begründung zu akzeptieren ist.

Der junge Schiedsrichter Christoph van Zwamen, der für Alemannia Kamp pfeift, dürfte jedenfalls froh gewesen sein, dass er mit einem sehenswerten Sprint unversehrt den Kabinentrakt erreichte. Gestern wollte er sich zu den Vorfällen gegenüber unserer Zeitung nicht äußern. Der 22-jährige Referee kündigte allerdings einen Sonderbericht zu den nicht alltäglichen Vorfällen an. FC Kleves Trainer Thomas von Kuczkowski sprach schon unmittelbar nach Spielschluss von schlechten Verlierern und wusste gestern zu berichten, dass FSV-Spieler bereits angekündigt hätten, im Rückspiel würden die Fetzen fliegen.

Mittelfeldakteur Niklas Klein-Wiele, der den vorentscheidenden Elfmeter verwandelte, soll vor Spielbeginn sinngemäß gedroht worden sein, falls er denn in den Strafraum eindringe, würde man ihm die Knochen brechen. Schließlich mussten auch die Zuschauer auf der Tribüne Schimpftiraden über sich ergehen lassen. Und in der Gäste-Kabine wurde nach der Partie die Tür eingetreten. Fußball wurde aber auch noch gespielt, zumeist von den Rot-Blauen, die als verdiente 2:0-Sieger vom Platz gingen.

  • „Ooups“ erzählten sowohl beim Straßentheater-Fest als
    Solingen : Südländisches Flair im Walder Schlauch
  • Lokalsport : Jugendfußball: Klever U19 reist zum FSV Duisburg
  • Die bislang letzte Ausgabe der Gocher
    Hallenfußball : Gocher Stadtmeisterschaften sind abgesagt

"Das war ein Spieltag wie gemalt", freute sich Coach von Kuczkowski, weil Tabellenführer PSV Wesel am Sonntag schwächelte und gegen Abstiegskandidat RSV Praest eine unerwartete 0:2-Heimniederlage kassierte.

Damit sind die jungen Wilden vom Bresserberg bis auf einen Zähler an den Spitzenreiter herangerückt. "Wir haben uns in der Liga Respekt erarbeitet", stellt "Kucze" nach fünf Erfolgen in Serie fest. "Damit hätte vor der Saison keiner gerechnet, dass wir nach 13 Spieltagen auf dem zweiten Tabellenplatz stehen. Wir hätten nichts dagegen, wenn wir jetzt auch Herbstmeister würden."

Angesichts des Restprogramms kein utopischer Wunsch. Am 2. Dezember gastieren die Klever bei Borussia Bocholt und am 9. Dezember empfängt die beste Heimmannschaft der Landesliga-Gruppe 3 den SV Straelen mit dem ehemaligen FC-Coach Georg Kreß zum Kreisderby in der Volksbank-Arena. Allerdings warnt von Kuczkowski davor, die beiden Kellerkinder auf die leichte Schulter zu nehmen: "Vom Papier her leichte Spiele sind eigentlich die schweren."