Fußball : Runderneuerung beim SV Rees

Nicht weniger als 17 neue Akteure gehören zum Aufgebot des A-Ligisten SV Rees, der in Maik Nieuwenhuis auch einen neuen Trainer besitzt. Und der will mit seinem offensivstarken Team erneut oben mitspielen.

Maik Nieuwenhuis atmet tief durch. „Das ist ein schwieriges Thema“, sagt der neue Trainer des SV Rees, als er nach dem Saisonziel gefragt wird. „Wenn man zweimal Vierter wird, kann man nicht sagen, wir wollen unter die ersten Zehn kommen.“ Konkreter wird der 43-Jährige nicht. Zwar macht Karl-Heinz Beeck, sportlicher Leiter beim SV Rees, deutlich, dass das Team einen Spitzenplatz in der Fußball-Kreisliga A anpeilt. Doch das Wort Aufstieg vermeidet er.

Nicht ganz ohne Grund üben sich die Reeser Verantwortlichen in Zurückhaltung. Denn aus der Vorsaison sind noch genau elf Feldspieler übrig geblieben, was allerdings auch daran liegt, dass der Kader recht dünn bestückt war. Das wird nun anders werden. Denn Nieuwenhuis kann etliche Neuzugänge auf der Anlage an der Ebentalstraße begrüßen. „Wir wollen, anders als in den Jahren zuvor, die eigenen A-Jugendlichen integrieren“, so Vorgabe von Beeck.

So stehen in Axel List, Paul Schenk, Servet Dogu, Alan Güden und Oliver Schlütter gleich fünf Akteure vor ihrer ersten Saison bei den Senioren. Hinzu kommen in Janis Friedrich, Maurice Hübner und Marius Dicker noch drei Spieler, die vorzeitig zum Senior erklärt wurden.

Durch den Weggang von Dennis Meiners (RSV Praest) musste der SVR auf der Torhüterposition aktiv werden. Alex Miller wurde reaktiviert, Florian Weikamp kommt vom SV Werth und Marcus Hooghoff vom SV Hönnepel-Niedermörmter II. Und Routinier Manfred Becker könnte im Notfall ebenfalls noch einspringen. Nieuwenhuis und sein Co-Trainer Christoph Rehm sowie Torwarttrainer Kevin Kosthorst wollen die Vorbereitung dazu nutzen, um sich auf eine neue Nummer eins festzulegen.

Neben Hooghoff kommt in Jan Winkler ein weiterer Akteur von der SV Hö./Nie. II. Er soll die linke Seite beackern, während Philipp Hühner der vom Nachbarn SV Haldern III nach Rees wechselte, ein Akteur für das zentrale Mittelfeld ist. Mentor Arifi, Ersan Alajbegovic und Jens Grütters wurden reaktiviert. Und für die eh schon qualitativ gut besetzte Offensive gibt es mit Lukas Reuyß, der bisher für Fortuna Millingen stürmte, nun eine weitere Option.

Zu den Abgängen: die Verteidiger Daniel Buscher und Erdal Dag zieht es ebenfalls zum RSV Praest. Bastian Röös hat sich abgemeldet - Ziel unbekannt. Darüber hinaus steht Hendrik van der Linde wegen eines Halbjahrespraktikums im Ausland zunächst nicht zur Verfügung. Philipp Bock wird wegen seines Studiums nur sehr eingeschränkt trainieren und spielen können.

„Die Mannschaft hat auf jeden Fall Potenzial“, sagt Nieuwenhuis, der zuvor vier Jahre für die DJK Barlo verantwortlich war. Der neue Coach lobt auch ausdrücklich die Arbeit von Bernd Franken: „Das ist eine spielerisch recht starke Mannschaft. Mein Vorgänger hat da gute Arbeit geleistet.“ Beim Blick auf den Kader wird deutlich, dass nach wie vor die Offensive das Prunkstück des SV Rees ist. So konnte Torjäger Marko Cvetkovikj, der in der vergangenen Spielzeit   imponierende 40 Treffer erzielt hat, trotz Angeboten von Vereinen aus höheren Spielklassen gehalten werden. Ein Indiz für den starken Angriff ist das Vorhaben, dass ein bisher eher offensiv orientierter Spieler wie Robert-John Lufrano künftig eine eher defensivere Rolle übernehmen soll. „Grundsätzlich wollen wir weiterhin viele Tore schießen. Aber hinten müssen wir auch mehr Stabilität rein bekommen“, so der neue Coach, der zudem auswärts mehr Punkte holen möchte.

Dass der SV Rees durchaus in der Lage ist, mit vermeintlich stärkeren Teams mitzuhalten, bewies der Pokalwettbewerb. „Da hat man gesehen, dass wir auch gut gegen Bezirksligisten aussehen können“, sagt Karl-Heinz Beeck. Lohn hierfür ist die Qualifikation für die erste Runde des Niederrheinpokals. „Wenn man das als Kreisligist schafft, ist das eine tolle Leistung, die der Verband eigentlich auch finanziell würdigen sollte. Doch stattdessen kassiert man noch Strafen, weil die Werbung nicht eingetragen ist. Aber ich bin zu lange im Geschäft, darüber rege ich mich nicht mehr auf“, so Beeck. Für Nieuwenhuis ist das Spiel gegen Oberliga-Absteiger Düsseldorfer SC ein „Testspiel auf hohem Niveau“.

Einen echten Meisterschaftsfavoriten in der Kreisliga A haben Nieuwenhuis und Beeck nicht ausgemacht. Die Absteiger SV Haldern, 1. FC Bocholt II und SV Krechting müsse man ebenso auf der Rechnung haben wie DJK TuS Stenern, TuB Mussum und Westfalia Anholt. Und in dieser Kategorie sehen die Reeser Verantwortlichen auch ihre eigene Mannschaft.