RSV Praest: Roland Kock nimmt Spieler in die Pflicht

Fußball : RSV Praest: Roland Kock nimmt seine Spieler in die Pflicht

Für den Trainer des Bezirksligisten war die vergangene Saison eine Enttäuschung. Er fordert mehr Disziplin von seinen Kickern, damit die Mannschaft nicht wieder in den Abstiegskampf verwickelt wird.

Roland Kock hat eine klare Vorstellung, wie er das Trainer-Amt beim Fußball-Bezirksligisten RSV Praest ausüben möchte. „Ich bin kein Animateur“, sagt der 51-Jährige. „Gewisse Dinge müssen von der Mannschaft selbst kommen. Das hat mir in der vergangenen Saison nicht gefallen. Ich bin nicht dafür da, um an der Seitenlinie den Hampelmann zu machen.“ Kock hat mit seinem Trainerstab die abgelaufene Spielzeit gründlich aufgearbeitet. „Ich war extrem enttäuscht von den Spielern“, sagt er. Sicherlich wollen die Verantwortlichen den Fokus wieder mehr auf die Disziplin legen. Doch das ist nur ein Aspekt. „Jeder Spieler muss mehr Verantwortung übernehmen“, sagt der Coach, der dies der Mannschaft auch in unmissverständlicher Art mitgeteilt hat. „Ich will auf keinen Fall wieder unten reinrutschen. Das hat enorme Nerven gekostet.“

Auf dem Transfermarkt ist der RSV gezwungenermaßen recht aktiv gewesen. Zwar gibt’s mit Darwin Sangs, der im Notfall aushelfen will, Alexander Vos (DJK Appeldorn), Sven Dienberg (SV Biemenhorst) sowie Patrick Gottschling (Karriereende) lediglich vier Abgänge, aber darüber hinaus sind weitere Akteure aus dem Kader nur eingeschränkt einsetzbar. So wird Justin Ising nach seiner schweren Verletzung noch Monate fehlen. Wenn alles gut läuft, ist er eine Option für die Rückrunde. Auch Maveric Hülsmann wird nach einer Schulter-Operation, bei der ihm die Bänder gekürzt wurden, noch mindestens ein halbes Jahr zuschauen müssen.

Der mittlerweile 40-jährige Michal Szczepinski will weiter aktiv bleiben. Allerdings plagen den Routinier Achillessehnen-Probleme. Kevin Doos wird ab September beruflich nach Berlin versetzt, weshalb er nur zu Saisonbeginn dabei ist. Hinzu kommt Marcel Heiliger, der als Spielertrainer die Reserve übernimmt. Lars Verbücheln wird in der zweiten Mannschaft spielen, obwohl er weiter zum Bezirksliga-Kader gehört. Auch mit Jan Gasse kann Roland Kock nicht fest planen.

Gleich zwei defensive Akteure kommen vom SV Rees: Daniel Buscher und Erdal Dag. Der bisherige Eindruck sei sehr positiv, sagt Kocks, der Buschers Fitness und Dags Stellungsspiel lobt. Bereits seit der Winterpause hält sich Marvin Müller beim RSV fit. Anders als zuletzt in Vrasselt will Kock ihn nicht in vorderster Spitze einsetzen. „Er fühlt sich wohler, wenn er über Außen oder aus der Tiefe kommen kann“, sagt der Coach. Für ganz vorne ist Rückkehrer Sezgin Baran ein Kandidat. Er hat allerdings zweieinhalb Jahre pausiert. „Von den Ansätzen hat er nichts verlernt. Seine Wendigkeit und sein Spielverständnis sind nach wie vor da, zudem ist er vor dem Tor brandgefährlich“, so der Coach. Als Rohdiamanten bezeichnet der Übungsleiter den A-Jugendlichen Tobias Reichelt, dessen Vater Frank schon unter Kock beim RSV gespielt hat. „Er hat eine sehr gute Einstellung“, lobt er den jungen Offensiv-Akteur, der vom SV Vrasselt kommt. „Aber man muss ihm Zeit geben.“

Schließlich wurde mit Dennis Meiners ein dritter Torwart geholt, der nach den Stationen VfB Rheingold und SV Rees wieder seine Zelte am Offenberg aufschlägt. „Er ist reifer geworden und hat sich weiterentwickelt“, sagt Kock, der einen spannenden Dreikampf um den Platz im Tor zwischen dem Neuzugang sowie Dennis Döring und Daniel Vollmer erwartet. Wobei Vollmer die ersten drei Spiele verpassen wird, weil er im Urlaub ist.

Kock wird weiter von seinem bewährten Co-Trainer Ralf Knist unterstützt. Weiterer Co-Trainer ist Emin Baran, der in der Winterpause als Coach der DJK Hüthum-Borghees zurückgetreten ist und lange für den RSV gespielt hatte. „Schon jetzt merkt man, dass er noch mal mit einem anderen Blick auf manche Dinge schaut. Emin ist eine absolute Bereicherung“, sagt Kock.

Eine konkrete Platzierung gibt er als Saisonziel nicht aus. Damit liegt er auf einer Wellenlänge mit Michael Kühn. „Ich denke, wenn alle gesund bleiben, haben wir eine gute Bezirksliga-Mannschaft“, sagt der RSV-Vorsitzende, der sich vor allem mehr Kontinuität wünscht. Bei diesem Vorhaben nimmt sich auch Kock in die Pflicht. „Es muss mehr Zug in die Mannschaft rein, da bin ich auch als Trainer gefordert.“

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