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Lokalsport: Renault überrascht mit Reifenbestellung

Lokalsport : Renault überrascht mit Reifenbestellung

Formel 1: Der Rennstall von Nico Hülkenberg hat für den Monaco GP die neuen Hypersoftreifen geordert. Platz 7 und 13 im Training.

Die Gretchenfrage beim Großen Preis von Monaco ist simpel formuliert: Wie hältst Du es mit den Reifen? Die Anforderungen an die vier Gummiwalzen sind auf keiner Strecke höher. Wie besonders Monte Carlo ist, zeigt dann auch schon, dass die härteste Mischung, die Pirelli mit ins Fürstentum gebracht hat, die Supersoftreifen sind. Doch diese Variante ist bei Nico Hülkenberg und den anderen Formel-1-Fahrern regelrecht verpönt. Denn der Emmericher hat sich nur einen Satz der supersoften Reifen bestellt. Auch von den Ultrasoftreifen steht ihm nur ein Satz zur Verfügung. Von den Hypersoften, die in Monte Carlo ihre Weltpremiere feiern, hat er hingegen elf Sätze im Gepäck.

Schon in den ersten beiden freien Trainingseinheiten zeigte sich dann auch, dass der Hypersoft viel schneller ist, als die anderen beiden Mischungen. Dennoch überrascht die Reifenbestellung von Renault viele Experten im Paddock von Monte Carlo.

Laut Reglement müssen im Rennen mindestens zwei verschiedene Mischungen gefahren werden. Da Supersoft und Ultrasoft jeweils nur einmal vorhanden sind, kann das Verhalten dieser Reifen im Training nicht getestet werden. Spannend dürfte in diesem Zusammenhang sein, wie lange die Hypersoftreifen im Rennen halten werden. In der jüngeren Vergangenheit hat sich Monaco als Ein-Stopp-Rennen etabliert. In der ersten Trainingssession meldete Hülkenberg über Funk an den Kommandostand, dass seine Reifen das so genannte Graining bekamen. In Folge einer Überbelastung entstehen Gummischnipsel auf der Lauffläche, die verklumpen. Dies verstärkt dann das Untersteuern des Wagens. "Interessant wäre zu sehen, ob sich der Reifen wieder reinigt", erhielt der Emmericher aus der Box die Ansage, weiter draußen zu bleiben. In der gestrigen Vormittagssession fuhr Hülkenberg auf Position 13. Am Nachmittag musste dann das Training für rund 20 Minuten unterbrochen werden, da ein Gullydeckel nicht richtig befestigt war. Streckenposten rückten mit dem Schweißgerät an und behoben den Schaden.

Das zweite freie Training beendete der 30-Jährige als Bester des Mittelfeldes. Nach den sechs Piloten der drei Top-Teams platzierte sich Hülkenberg auf Rang sieben.

Interessant: Im Qualifying des vergangenen Jahres blieb für den Emmericher die Uhr nach 1:13,628 Minuten stehen. Dieses Mal konnte er diese Zeit schon im zweiten Training deutlich unterbieten. Hülkenberg untermauerte den allgemeinen Trend mit einer Zeit von 1:13,047 Minuten.

Eine Platzierung hinter den Top-Teams hatte der Emmericher im Vorfeld angestrebt. "Es sieht so aus, als wären wir auf unterschiedlichen Strecken das viertbeste Team und daher vor dem Rest des Mittelfelds. Wir haben also unsere Hausaufgaben im Winter gemacht", sagt der Emmericher, dessen Rennstall in der WM-Wertung nach dem Spanien GP erstmals seit dem Comeback tatsächlich Vierter ist.

Fürs Rennen am Sonntag ist die Zielvorgabe nach zwei Ausfällen in Serie klar. "Ich würde jetzt gerne wieder einmal ins Ziel kommen", sagte der Renault-Pilot zu Motorsport-Total. "Unser Auto war wahrscheinlich bei den bisherigen Rennen das konstanteste, also sehe ich keinen Grund, warum wir hier nicht auch genauso konkurrenzfähig sein sollen."

(RP)