Motorsport: Renault arbeitet das Debakel auf

Motorsport : Renault arbeitet das Debakel auf

Motorsport: Nico Hülkenberg erlebte beim Großen Preis von Aserbaidschan eines der schlechtesten Wochenende seiner Formel-1-Karriere. Am 12. Mai wird die Europa-Saison in der Formel 1 in Barcelona eröffnet.

Die bisherige Saison ist für Renault eine Katastrophe. Nico Hülkenberg wurde in Bahrain Siebter. Daniel Ricciardo landete in Bahrain ebenfalls auf dem siebten Rang. Ansonsten gab es für das französische Werksteam nicht einen einzigen Punkt.

Die ganz derbe Klatsche setzte es in Baku. Ricciardo musste aufgeben. Dieses Mal lag es aber nicht am Motor, sondern der Australier leistete sich eine Slapstick-Nummer mit Daniil Kvyat, den er im Rückwärtsgang über den Haufen fuhr. „Das war mein Fehler und ich möchte mich beim Team und bei Daniil entschuldigen“, nahm der Renault-Neuzugang den Fehler auf seine Kappe.

Richtig zu denken geben sollte den Verantwortlichen in Enstone aber das Ergebnis von Hülkenberg. Die Platzierung als 14. mag isoliert betrachtet noch hinnehmbar sein. Schaut man aber auf die Rangfolge im Ziel, wird erst das ganze Ausmaß der katastrophalen Vorstellung deutlich. Nur die beiden Williams lagen noch hinter dem Emmericher. Das ehemalige Weltmeisterteam aus Grove ist aber in dieser Saison nicht mal ansatzweise konkurrenzfähig in der Königsklasse des Motorsports.

Selbst wenn noch weitere Fahrer beim Großen Preis von Aserbaidschan ausgefallen wären, ist es nicht der Anspruch bei Renault, in die Punkte zu fahren. Im gelb-schwarzen Lager giert man nach mehr. Eigentlich sollte in diesem Jahr der Abstand zu den Top-Teams verkürzt werden. Das Gegenteil ist der Fall. Mit Mercedes, Ferrari und Red Bull kann sich Renault nicht messen.

In Baku fehlte von der ersten Runde im ersten freien Training der Speed. „Ich hatte den Eindruck, dass ich alles gegeben habe und ziemlich hart und gut gefahren bin. Aber wenn man die Pace der anderen und meine vergleicht, dann war ich nirgendwo. Ich bin mir nicht sicher, was dieses Wochenende passiert ist“, war auch Hülkenberg im Anschluss ziemlich ratlos.

Im Paddock rief die Performance der Franzosen dann auch einige Spekulationen hervor. So wurde gemutmaßt, dass Renault die Leistung absichtlich gedrosselt habe, um nicht erneut Probleme mit der Standfestigkeit zu bekommen. Offiziell gab es dazu weder eine Bestätigung noch ein Dementi.

Teamchef Cyril Abiteboul konnte den Aserbaidschan GP dann auch nicht schön reden, und versuchte es auch erst gar nicht. „Ohne jede Frage, das war ein ganz schlechtes Wochenende“, räumte Abiteboul ein. „Obwohl wir einige Veränderungen über Nacht vorgenommen haben, haben wir von Beginn an nie die Pace gefunden.“ Nico Hülkenberg diktierte den Journalisten dann nach dem Rennen in die Notizblöcke, dass es „nun eine Menge zu untersuchen gibt“. Allerdings dämpfte er praktisch im gleichen Atemzug auch die Erwartungen, was die Untersuchung ergeben werde. „Vielleicht war es auch einfach eines dieser mysteriösen Wochenenden, die halt passieren“, sagte der 31-Jährige.