Reinhard Elspaß ist als Spendenläufer unterwegs

Spendenlauf : Elspaß ist unaufhörlich in Bewegung

Als Spendenläufer ist der Emmericher Reinhard Elspaß unentwegt auf Achse. Nach einem halben Jahr zieht er eine imponierende Zwischenbilanz. 5576 Kilometer hat er mit Laufschuhen und mit seinem Mountainbike absolviert.

Der Volkswagen-Konzern bewarb seinen Käfer in der noch jungen Bundesrepublik mit einem noch heute bekannten Werbeslogan: „Er läuft und läuft und läuft“. Das passt auch nur zu treffend aufReinhard Elspaß. Der Emmericher hatte sich zu Beginn des Jahres vorgenommen, in 2018 möglichst viele Kilometer durch Laufen und Radfahren zu sammeln, um so Spenden für den guten Zweck zu generieren. Die Hälfte des Projektzeitraums ist um. Der richtige Zeitpunkt, eine Halbzeitbilanz zu ziehen.

Reinhard Elspaß sitzt vor Laptop und Tablet. An seinem linken Handgelenk hängt das wichtigste Messgerät. Mit seiner Sportuhr werden dank GPS alle absolvierten Strecken aufgezeichnet. Den Niederrhein hat er in den vergangenen sechs Monaten quasi komplett beackert. Aber auch bei Kurztrips in die Metropolen Berlin und Hamburg hatte er die Laufschuhe eingepackt. „Wir waren gerade im Hotel angekommen, da hat mein Mann schon zu mir gesagt, pack’ Du doch bitte die Koffer aus, ich gehe eine Runde laufen“, berichtet Ehefrau Jutta schmunzelnd.

Der Ehrgeiz von Elspaß ist noch mal um ein Vielfaches höher als in den Jahren zuvor. „Ich habe mich selber weiterentwickelt und meine eigenen Bestleistungen alle getoppt.“ Kein Wunder: Denn mit Sebastian Niles vom gleichnamigen Dachdeckerbetrieb und Andreas Unkrig, dem in Emmerich ein Sanitär-Unternehmen gehört, hat er zwei Geldgeber gefunden, die für jeden von ihm absolvierten Kilometer jeweils zehn Cent springen lassen werden. „Ich mache das anstatt Geschenken zu Weihnachten. Das hat man früher als Firma so gemacht, aber ich denke, so ist das Geld deutlich besser angelegt“, erklärt Unkrig, der schon früh ahnte, welches Tempo Elspaß vorlegen würde.

Beim Laufen hat er in den ersten sechs Monaten zusammen eine Strecke von 1457 Kilometer absolviert. Auf seinem Specialized-Mountainbike kommen noch einmal 4119 Kilometer hinzu. „Wenn ich nur auf Kilometer bolzen ausgewesen wäre, hätte ich mich nur aufs Fahrrad setzen müssen. Aber das wollte ich nicht. Ich wollte schon auch gegenüber meinen beiden Sponsoren eine faires Verhältnis zwischen Rad und Laufen behalten“, erläutert Elspaß.

Das sieht dann so aus: Beim Steintorlauf jüngst in Goch fuhr er von Emmerich mit dem Mountainbike in die linksrheinische Weberstadt. Den Hinweg bummelte er für seine Verhältnisse mit lockeren 25 km/h ab. Dann gewann er beim Steintorlauf in Goch in seiner Altersklasse über die 5000 Meter, die er in 18:20 Minuten herunterspulte, holte sich den Pokal ab, schwang sich in den Sattel und mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 31 km/h ging’s zurück über den Rhein nach Hause.

Dass solche Ultra-Ausdauereinheiten dem Körper viel abverlangen, ist logisch. Im Juni verbrauchte er nur während seiner sportlichen Aktivitäten annähernd 25.000 Kalorien. Bei seiner Arbeit bei dem Emmericher Süßwaren-Unternehmen Katjes können dann zudem nochmal 10.000 bis 15.000 Schritte hinzukommen.

Dementsprechend muss er nachlegen. Allerdings ist klassische Sportlernahrung weniger auf seinem Speisenplan zu finden. Innerhalb von zwei Tagen futtert Reinhard Elspaß aber schon mal 40 holländische Frikadellen und ein Kilogramm Pommes. „Ich wiege 60 Kilogramm und habe einen Körperfettanteil von 7,3 Prozent, da darf ich auf keinen Fall noch etwas abnehmen“, sagt der 50-Jährige, der dieses Jahr bisher von Verletzungen komplett verschont geblieben ist. Bis zum Jahresende soll das so bleiben, damit es weiter für den guten Zweck heißt: „Er läuft und rollt und läuft und rollt“.

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