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Radsport: Raserstrecke Promenade

Radsport : Raserstrecke Promenade

Hunderte Zuschauer erlebten gestern Abend in der Emmericher Innenstadt Radsport vom Feinsten.45 Profifahrer lieferten sich eine packende zweite Etappe um den "Niederrhein-Sparkassen-Giro".

Gegen 19.30 Uhr stockte den Zuschauern gestern Abend der Atem. Im Ausscheidungsrennen gerieten sich der Niederländer Joost Kemna und Alexander Aeschbach in die Quere — prompt kam es auf der Kaßstraße unmittelbar vor der Glocken-Apotheke zu einem spektakulären Sturz. Aeschbach schimpfte zunächst wie ein Rohrspatz, Kemna ließ sich derweil in aller Ruhe kleinere Schürfwunden von den Sanitätern des Malteser Hilfsdienstes verarzten.

Diese Szene verdeutlicht, dass die 45 Profi-Radrennsportler bei der gestrigen zweiten Etappe um den Niederrhein-Sparkassen-Giro keine Geschenke verteilten. "Der Kurs stellt höchste Ansprüche, da er sehr eng ist. Man muss höllisch aufpassen, dass man in den Kurven nicht wegrutscht", urteilte Bianchi-Fahrer Marcel Kalz, nachdem er das Ausscheidungsrennen im Sprintduell mit Boris Fastring (Team EGN) für sich entschieden hatte. Mehrere Hundert Zuschauer säumten die 700 Meter lange Strecke, die über den Nikolaus-Groß-Platz, die Christoffelstraße, Rheinpromenade, Wassertor und Hottomannsdeich zurück auf die Kaßstraße führte.

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Rees — ein Ortsteil von Emmerich

Und das Publikum wurde nicht nur von den Sportlern bestens unterhalten. Mit seinen launigen Sprüchen hatte auch Organisator Michael Zurhausen die Lacher auf seiner Seite. Besonders, als er unmittelbar vor dem Start des Prominentenrennens Rees kurzerhand zum Emmericher Ortsteil erklärte. Trotz dieser Motivationsspritze sollte es für Bürgermeister Johannes Diks nicht zum Sieg reichen — er hielt sich auf einer grünen Damen-Fiets ebenso wie sein Reeser Amtskollege Christoph Gerwers und RP-Redaktionsleiter Christian Hagemann vornehm zurück. Am Ende hatte zur Freude der Zuschauer ein fünfjähriger Knirps die Nase vorn. Markus Willikonsky erreichte vor der Reeser Rheinkönigin Linda Isselburg und der Emmericher Kartoffelkönigin Katharina Boßmann das Ziel.

Ab 19 Uhr hatten die Profifahrer Radsport vom Feinsten geboten. Bereits im Einzelzeitfahren hatten die Sportler, die ihr Geld in der Regel bei den Internationalen Sechs-Tage-Rennen verdienen, die Promenade in eine Raserstrecke verwandelt. Sieger Marius Prünte (Team EGN) absolvierte den Rundkurs in rekordverdächtigen 49,37 Sekunden. Auf Rang zwei landete Vorjahressieger Vladi Riha (50,14 Sekunden) vor Florian Schweter (50,64).

Das Hauptrennen gewann ein Mann, der auch schon mal die Tour de France absolviert hat: Sven Krauß vom Team Halanke.

(RP)