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Raritäten aus der Fußball-Bundesliga in Stadtbücherei Wesel zu sehen

Fußball : Raritäten aus der Fußball-Bundesliga

Hilmar Ulland, Sportkegler des SKV Rees, stellt in der Stadtbücherei Wesel Autogramme und Alben zur Fußball-Bundesliga aus. Die meisten Exponate stammen von seinem Freund Richard Dittmann.

Wer früher mal Briefmarken oder Münzen gesammelt hat, Pinzetten, Lupen und Alben brauchte oder einfach nur fachsimpeln wollte, der kam in Wesel an Hilmar Ulland nicht vorbei. Der heute 71-Jährige, Sportkegler beim SKV Rees, betrieb exakt 35 Jahre lang bis zum März 2019einen winzigen Laden.

Das handtuchgroße Geschäft war stets vollgestopft, man konnte sich kaum darin umdrehen. Überdies musste man die Öffnungszeiten kennen. Nur zehn Stunden in der Woche konnte man Ulland dort antreffen. Er betrieb seinen Laden nebenberuflich, fast als Hobby. Dass er nun in der Reihe „Mein kleines Hobby“ in der Weseler Stadtbücherei die Ausstellung „Fußball-Bundesliga und Autogramme“ zeigt, hat viel mit diesem Mekka der Philatelisten und Numismatiker zu tun. Denn hier wurde immer auch über Fußball philosophiert.

Hilmar Ulland, ehemals Sportkegler bei den Bauernfängern (BFG) und dem SKC Vesalia Wesel, bekam einmal die Woche Besuch von seinem Freund Hans Volkmann. Die beiden Fußball-Fans aktualisierten dann ihre teils selbstgebastelten Tabellen und dokumentierten die Spieltage der obersten Ligen. Dass ein weiterer Freund und Kunde, Richard Dittmann aus Borth, dem er schon mal gesuchte Münzen besorgte, noch auf vielen anderen Gebieten ein leidenschaftlicher Sammler war, wusste er lange nicht.

Als dieser sein Haus aufgeben und in eine Senioreneinrichtung umziehen musste, ergab sich für Ulland die Gelegenheit, im vergangenen Oktober eine enorm große Fußballsammlung zu übernehmen, die er nun weiterzuführen versucht.

Über Jahrzehnte hatte der Borther Dittmann Sportalben angelegt und Autogramme gesammelt. Box-Legende Max Schmeling ist dabei, ebenso Radtrainer Gustav Kilian, der „Goldschmied“. Das Gros stellen jedoch die Kicker. Von 70 Alben sind nun acht in der Stadtbibliothek zu sehen, garniert mit anderen kleinen Raritäten – und natürlich einem zur Ausstellung passenden Regal mit Fußball-Lektüre aus dem Bestand der Bücherei.

Die Autogramme in den beiden Glasvitrinen lesen sich wie ein Who is Who des Fußballs. Sie reichen von aktuellen Bayern-Stars bis zu Bundesliga-Urgesteinen des MSV Duisburg. Zu diesem Club hatte Richard Dittmann ein besonders enges Verhältnis. Dass er allen Spielern Auge in Auge die Unterschriften abgerungen hat, ist nicht zu vermuten. Eher glaubt Hilmar Ulland, dass das wohl mal beim Besuch eines Trainings vorkam, er aber die meisten Sportler beziehungsweise Vereine angeschrieben und um Autogramme gebeten hat. So ist der Borther wohl auch mit Künstlern, Politikern und Schauspielern verfahren, deren Autogramme er ebenfalls seit 1958 gesammelt hatte. In Sachen Fußball markierte Bernhard Dietz 1964 den Einstieg. Es sollten allein sieben MSV-Alben werden.

Für Hilmar Ulland ist der Fußball-Nachlass seines Freundes ein besonderer Schatz. Sein Herz schlägt für Schalke, weshalb er in diesen Tagen mal wieder viel leiden muss. Auch für Dortmund interessiert er sich, nimmt überhaupt alles auf, was in der Szene passiert.

Der gelernte Schlosser und Schmied hat aber so seine Probleme damit, wenn hochbezahlte Kicker sich eben nicht wie jeder andere im Job Mühe geben. Deshalb fährt auch nicht mehr zu Spielen, möchte nicht Karten für ein Fußballspiel kaufen und sich dann ärgern müssen. „Es kann nicht sein, dass alle elf Spieler einen schlechten Tag haben, man kann wenigstens das Beste daraus machen“, sagt er. Sich selbst hat Ulland jedenfalls mit der Übernahme der Dittmann-Sammlung eine Aufgabe gegeben, die ihn noch ein Weilchen beschäftigen wird. Denn in Sachen Einzelporträts sind die Kader der einzelnen Mannschaften längst nicht komplett.