Qualifikation für den Hawaii-Triathlon erreicht.

Triathlon : Gosebrink sichert sich doch noch das Hawaii-Ticket

Triathlon Weseler Athlet schafft in Estland die Qualifikation mit Bestzeit. Im Oktober geht es dann rund um den Globus.

In Frankfurt beim Hitze-Triathlon vor einigen Wochen hatte Jens Gosebrink nach eigener Aussage noch „einen auf die Nase bekommen“. Doch der 34-jährige Weseler, der für Bayer Uerdingen startet, gab nicht auf, um sein großes Ziel zu erreichen: ein Start beim Ironman auf Hawaii, der Königsrunde im Triathlon. In Tallinn, der Hauptstadt Estlands, standen am Wochenende die Zeichen besser. Deutlich besser sogar. Frische 16 Grad Celsius, Sonne, eine günstige Strecke und eine prächtige Form machten den Wettkampf für Gosebrink zu einem tollen Rennen. An dessen Ende das Hawaii-Ticket gelöst war. Wenn auch mit ein wenig Glück.

Die Strecke über 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und einem Lauf-Marathon bewältigte Gosebrink in 9:09,57 Stunden – 27 Minuten schneller als seine bisherige persönliche Bestzeit. Geschwommen wurde dabei nicht in der Ostsee, die mit nur elf Grad Celsius als zu kalt eingestuft worden war. „Die Organisatoren hatten die Strecke kurzerhand an einen See verlegt. Da bin ich ziemlich gut unterwegs gewesen und war als Dritter meiner Altersklasse aus dem Wasser“, berichtet Gosebrink.

Auf der flachen Radstrecke wurde es vor allem auf den letzten 30 Kilometern zäh. „Da habe ich meinen Rücken gespürt, weil ich fast die komplette Strecke in der Sprinthaltung gefahren bin“, so Gosebrink.

Der anschließende Marathon fühlte sich dann aber „so an, als hätte ich in der Wechselzone ein Paar neue Beine bekommen“, so Gosebrink. Der lobte die Laufstrecke durch die Altstadt Tallinns, auf der es zwar viel Kopfsteinpflaster und einige Steigungen gab. „Dafür war die Stimmung am Streckenrand aber wirklich toll.“ Die angepeilten 3:15 Stunden standen beim Zieleinlauf tatsächlich auf der Uhr. Machte in der Alterklasse 30 bis 34 den siebten Platz, in der Gesamtwertung Rang 16. Es waren allerdings nur vier Startberechtigungen für Hawaii in der Altersklasse ausgeschrieben. Gosebrink, der am Ende 12:40 Minuten Rückstand auf den irischen Sieger Stephen Donnelly notierte, hatte jedoch Glück. Gleich drei vor ihm platzierte Athleten verzichteten auf das Hawaii-Ticket.

„Es war echt eng, aber jetzt freue ich mich riesig auf Hawaii“, versichert der Weseler. Zum Rennen auf Big Island am 12. Oktober wird er mit einer Woche Vorlaufzeit anreisen. Mit dabei ist dann auch sein Weseler Teamkollege Sascha Hubbert – und natürlich seine Frau Clara (33), die in Estland nach 11:40 Stunden das Ziel erreicht hatte, auf Hawaii aber nicht starten darf. „Ich werde nun mindestens eine Woche lang die Füße still halten und mich dann langsam auf das große Ding vorbereiten“, so Gosebrink.

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