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Fußball: "Public Viewing macht im Winter keinen Spaß"

Fußball : "Public Viewing macht im Winter keinen Spaß"

Stimmen zu den Plänen, die Fußball-WM 2022 in Katar im November und Dezember auszutragen.

Ihr Kickerlein kommet - die umstrittene Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar soll im November und Dezember stattfinden. Der Weltmeister soll erst einen Tag vor Heiligabend ermittelt werden. Stimmen zu den Plänen:

Paul Dickerboom: "Da ist viel Geld im Spiel." Foto: Pottgießer/Flintrop

Markus Brucks, Trainer des SuS Isselburg: "Es ist natürlich klar, dass eine Weltmeisterschaft nicht immer in Deutschland, Italien oder Spanien stattfinden kann. Ein solches Turnier in Katar auszutragen, ist aber totaler Quatsch und reine Politik. Ich frage mich, ob da die gleichen Kriterien wie für andere Länder gelten. Einen Weltmeister kurz vor Weihnachten zu feiern, wäre gewöhnungsbedürftig. Grillpartys und Public Viewing würden natürlich wegfallen - obwohl ich selbst überhaupt kein Freund davon bin. Ich gucke ungern mit 10 000 Reportern gleichzeitig."

Paul Dickerboom, Coach SV Vrasselt II: "Da ist sicherlich sehr viel Geld im Spiel. Grundsätzlich habe ich aber nichts gegen eine Weltmeisterschaft in Katar. Für mich wird da im Moment ein wenig viel Wind drum gemacht. Natürlich macht es Sinn, dort im Sommer bei der großen Hitze nicht zu spielen. Man müsste darauf auch bei uns reagieren und die Spielpläne anpassen, wenn tatsächlich vor Weihnachten gespielt wird. Aber das sollte machbar sein. In Südamerika wird ja auch immer die Meisterschaft unterbrochen, wenn die WM stattfindet."

Klaus Klein-Wiele, zuletzt Trainer des SV Rees: "Eigentlich wäre es für mich ein Ausschlussgrund gewesen, eine WM in ein Land zu vergeben, in dem zur üblichen Zeit solche Temperaturen herrschen, dass dort eigentlich gar nicht gespielt werden kann. Wenn schon Katar, dann macht es tatsächlich Sinn, das Turnier nicht im Sommer dort auszutragen. Letztlich ist es aber egal, ob es im November/Dezember oder im Januar/Februar stattfinden wird. Ein richtiges WM-Gefühl wird dann wohl bei uns nicht aufkommen. Public Viewing bei minus drei Grad im Winter macht nicht wirklich Spaß."

Dieter Bauhaus, Vorsitzender des Stadtsportverbandes Rees: "Für mich hat ein Land wie Katar grundsätzlich das gleiche Recht eine WM auszurichten, wie alle anderen auch - selbst wenn dort im Sommer nicht gespielt werden kann und die Gesundheit der Akteure sicherlich vorgeht. Sollte das Turnier tatsächlich in den Wochen vor Weihnachten ausgetragen, hätte das in Deutschland gravierende Auswirkungen bis hinunter in den Amateurbereich. Es wird eine große Herausforderung, alles zu organisieren. Aber es sind noch sieben Jahre Zeit. Ich bin der Meinung, das sollte genug sein, sich entsprechend vorzubereiten."

(misch)