Lokalsport: PSV Wesel mit durchwachsener Bilanz

Lokalsport : PSV Wesel mit durchwachsener Bilanz

Fußball: Die Saison lief für den Tabellenzwölften der Landesliga unter schwierigen Bedingungen bislang nicht optimal. Trainer Björn Assfelder fehlten oft die Alternativen. "Meine Erwartungen waren schon ein bisschen höher", sagt er.

Der Saisonstart war vielversprechend. Bei den Sportfreunden Niederwenigern knüpfte Fußball-Landesligist PSV Wesel nahtlos an eine gute Vorbereitung an und setzte sich dank eines überzeugenden Auftritts mit 1:0 durch. Vor allem die erste Hälfte, in deren Schlussphase Christopher Abel die Rote Karte sah, lässt Trainer Björn Assfelder heute - fünf Monate später - noch schwärmen. "Da haben wir überragend Fußball gespielt", sagt er. An das damals gezeigte Niveau kam sein Team danach aber nicht mehr häufig heran. Das Zwischenfazit des Übungsleiters fällt daher durchwachsen aus: "Meine Erwartungen waren schon ein bisschen höher", sagt Assfelder.

Gänzlich unzufrieden kann der 34-Jährige aber auch nicht sein. Zumal sich seine Schützlinge, die zwischenzeitlich die Rote Laterne übernehmen mussten, wieder nach vorne gearbeitet haben und auf Rang zwölf mit fünf Zählern Vorsprung vor einem Abstiegsplatz überwintern.

Die Aufholjagd gelang unter schwierigen Bedingungen. Denn phasenweise musste der PSV fast ein ganzes Team ersetzen. Manche Stammkräfte konnten kaum bis gar nicht eingesetzt werden. Wie Stephan Sanders, der verletzt noch keine Partie bestritten hat - oder Christopher Abel, der gerade einmal auf anderthalb Spiele kommt. Es sprangen andere in die Bresche: Zum Beispiel Sebastian Weinkath, der vom Bezirksliga-Absteiger Bislich zurückgekehrt ist.

Foto: Gerd Hermann

Er musste erst selbst verletzt zuschauen, avancierte dann aber zum Stabilitätsfaktor in der Innenverteidigung. Die ungewohnte Rolle des Stürmers konnte der etatmäßige Abwehrspieler Oliver Vos zuletzt blendend ausfüllen. Mit ihm scheint der PSV auch für die Rückrunde eine Option im Angriff zu besitzen.

Dass bei den großen Personalsorgen nahezu alle Akteure ihre Ligatauglichkeit unter Beweis stellen konnten, freut Assfelder natürlich, ist für den Coach aber auch keine große Überraschung. Der Glaube in den gesamten Kader war immer da. Allerdings gingen die vielen Ausfälle häufig auf Kosten der Variabilität. Ursprünglich hatte der Trainer damit geliebäugelt, für jede Position eine Alternative zu besitzen, damit sein Team nicht so leicht auszurechnen ist. Davon konnte über weite Strecken der Hinrunde aber keine Rede sein. Auf Spielstände und Situationen adäquat zu reagieren, wurde schwierig bis unmöglich: "Teilweise hatte ich nur noch drei oder vier Abwehrspieler auf der Bank. Wenn du zurückliegst, ist das natürlich nicht optimal", sagt Assfelder.

Neben dem starken Auftakt in Niederwenigern sind dem Trainer noch zwei weitere Partien besonders positiv in Erinnerung geblieben. Nicht unbedingt wegen der spielerischen Klasse, sondern wegen der dort nachdrücklich unter Beweis gestellten Moral. Gegen den ESC Rellinghausen verkrafteten die Weseler einen frühen 0:2-Rückstand, dominierten fortan und erkämpften noch ein 2:2. Gegen Spitzenreiter 1. FC Kleve hielt der PSV ebenfalls dagegen und trotzte dem Favoriten auf eigener Anlage ein verdientes Remis ab. Als überflüssig ordnet Assfelder die Niederlagen in Hönnepel-Niedermörmter (1:2) und gegen Burgaltendorf (0:1) ein, wobei letztere ausgesprochen unglücklich war. Aber auch aus diesen Partien soll sein junges, meist mit einem Altersdurchschnitt um die 23 Jahre antretendes Team die richtigen Lehren ziehen.

(RP)
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