Praest: Stefanie Schau erfüllt sich ihren Traum

Triathlon : Stefanie Schau erfüllt sich ihren Traum

Im niederländischen Maastricht absolviert die Praesterin zum ersten Mal die Lang-Distanz. Nach zwölf Stunden, 35 Minuten und fünf Sekunden läuft die Ausdauersportlerin als Siebte ihrer Altersklasse über die Ziellinie.

Die Zuschauer klatschen. Die Läufer, die das Ziel fast vor Augen haben, werden enthusiastisch angefeuert. Aus den Boxen dröhnt eine durchdringende Stimme: „Stefanie, you are an Ironman.“ „Das wollte ich einmal hören. Dafür habe ich es gemacht“, sagt Stefanie Schau, die in Maastricht ihren ersten Triathlon über die Lang-Distanz absolviert hat. Nach zwölf Stunden, 35 Minuten und fünf Sekunden ist sie im Ziel. „Danach ging es erst einmal in die Eiswanne“, sagt die 39-Jährige. „Das hat wirklich geholfen. Ich hatte am nächsten Tag keine Probleme mit den Muskeln.“

Auch wenn Maastricht für die Praesterin eine neue Erfahrung war, ist sie im Triathlon keine Novizin. Im Dreiklang der Ausdauersportarten hat sie Erfahrung sammeln können. Zuerst im Sprintwettbewerb, dann wechselte sie auf die Olympische Distanz. Damals startete sie zwei Jahre für einen Kölner Club in der 2. Bundesliga. „Das war gut, aber auch eine harte Zeit“, so Schau.

Ihre eigentliche sportliche Heimat ist aber das Team im Allround Sport in Kleve. Geschäftsführer Patrick Prehn hatte sie vor sechs Jahren auf dem Praester Schützenfest angesprochen und für die Triathlon-Abteilung gewinnen können. Ursprünglich kommt Stefanie Schau vom Schwimmen. Bereits mit zehn Jahren wechselte sie vom SSV Hellas zum CSV Cleve, es folgten erste Wettkämpfe im Laufen. Doch das Thema Wasser blieb Nummer eins.

Nach ihrer Ausbildung zur Schwimmmeistergehilfin im Embricana wechselt sie beruflich nach Rees. Nach der Geburt ihrer zwei Kinder setzte sie ihre sportliche Laufbahn zunächst einmal aus, doch sie spürte den Wunsch, in die Königsklasse des Triathlons einzusteigen. „Ich habe gemerkt, dass mir die längere Strecke besser liegt“, sagt die 39-Jährige.

Dass 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen nicht ohne eine intensive Vorbereitung angegangenen werden können, versteht sich von selbst. Ihr Trainer Detlev Ingenwerth vom Allround -Team hatte einen detaillierten Plan für das vergangene halbe Jahr ausgearbeitet. Das nimmt dann auch schon mal ungewöhnliche Züge an. „Freitags habe ich immer lange Läufe gemacht“, sagt Schau. „Ich habe mich von Bekannten zum Krafttraining nach Kleve mitnehmen lassen und bin nach der Einheit über Umwege zurück nach Emmerich gelaufen.“

Doch nicht nur das Training wird generalstabsmäßig geplant. Bereits am Freitag vor dem Ironman ging es zum ersten Mal nach Maastricht. Dort wurden die Unterlagen abgeholt. Am Samstag reiste sie, begleitet von Prehn, Ingenwerth und ihrem Vater Martin Burgers, dann erneut in die niederländische Provinz Limburg. Dort bezog das Team ein Hotel. „Früher war ich vor Wettkämpfen immer sehr nervös, aber dieses Mal konnte ich richtig gut schlafen. Ich habe mich auch mental mit Yoga auf den Wettkampf vorbereitet“, sagt die 39-Jährige.

Am Wettkampftag ging es dann mit dem ersten Hahnenschrei aus den Federn. Denn um 7 Uhr stieg Stefanie Schau mit den weiteren 1200 Einzelstartern sowie den Staffelschwimmern in die Maas. Neopren-Anzüge waren an diesem Tag verboten, was nicht weiter schlimm war, da das Wasser 26 Grad Celsius warm war. Nach einer Stunde und elf Minuten stieg Stefanie Schau aus den Fluten. Danach ging es sofort aufs Rad. Die Praesterin benutzte ein normales Rennrad mit einem aerodynamischen Lenkeraufbau. „Der Kurs war winklig, es gab Kopfsteinpflaster-Passagen und insgesamt war es sehr anspruchsvoll mit 1100 Höhenmetern. Da hätte ein Zeitfahrrad keinen Vorteil gebracht“, sagt die 39-Jährige.

Während sie im Sattel saß, musste sie ihrem Körper Energie zuführen. Mit speziellen Gels und Energieriegeln sollte dies funktionieren. Doch bei Stefanie Schau rebellierte der Magen. „Als ich auf der Laufstrecke war, wurde mir schlecht und ich musste mich übergeben“, sagt die Athletin. Doch sie biss sich durch. Als 682. Teilnehmer überquerte sie das Ziel. Das bedeutete in ihrer Altersklasse den siebten Rang.

Stefanie Schau hat noch keine konkreten Pläne, wann sie wieder einen Ironman bestreiten wird. „Ich möchte es aber gerne noch einmal machen“, sagt sie. „Das Training hat Spaß gemacht und Sport macht mir allgemein Freude.“ Der Ruf des Stadionsprechers „Stefanie, you are an Ironman“ nimmt ihr keiner mehr – komme, was wolle.