"Planen für die Landesliga"

Der RSV Praest steht mit elf Punkten Vorsprung einsam an der Tabellenspitze der Fußball-Bezirksliga. Vorsitzender Michael Kühn stellt bereits die Weichen für die Zeit in der höheren Klasse.

Die Landesliga war für den RSV Praest lange Zeit fast so etwas wie ein Tabuthema. Doch die Mannschaft um Trainer Roland Kock hat in der laufenden Saison auf dem Platz klare Verhältnisse geschaffen. Nach 18 Spielen hat der Bezirksliga-Tabellenführer elf Punkte Vorsprung auf Verfolger SV Krechting und den Aufstieg praktisch in der Tasche. RP-Redakteur Volker Himmelberg sprach mit dem RSV-Vorsitzenden Michael Kühn.

Gehört das Wort Landesliga inzwischen zum Praester Sprachschatz ?

Kühn Selbstverständlich. Die Mannschaft ist mit Siegen gegen zwei Gegner ins neue Jahr gestartet, die eventuell noch einmal hätten gefährlich werden können. Meine Vorstandskollegen und ich planen jetzt in Absprache mit Trainer Roland Kock für die Landesliga.

Drei Neuzugänge hat der Verein bereits verpflichtet. Wird es noch weitere Verstärkungen geben ?

Kühn Die personellen Planungen sind weitgehend abgeschlossen. In Juri Wolff und Pierre Elspaß kommen zwei talentierte Spieler vom VfB Rheingold, denen wir den Sprung in die höhere Klasse zutrauen. Und Sebastian Kaul ist ein erfahrener Spieler, der uns garantiert helfen kann, das Abenteuer Landesliga erfolgreich zu bestehen. In Verbindung mit unserem aktuellen Kader, der die Bezirksliga dominiert, sind wir für die kommende Saison gerüstet.

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Die linksrheinischen Nachbarn VfR Warbeyen und SV Grieth hatten in jüngster Zeit ebenfalls den Aufstieg in die Landesliga geschafft, sind aber mittlerweile in der Versenkung verschwunden. Warnende Beispiele ?

Kühn In jedem Fall. Ich möchte dafür sorgen, dass wir von einer solchen Entwicklung verschont bleiben. Ich kann jedem Praester Mitglied versprechen, dass wir für die Landesliga keine finanziellen Risiken eingehen.

Vor acht Jahren begann der sportliche Höhenflug des Vereins. Geht's irgendwann sogar einmal in die Niederrheinliga ?

Kühn Nein, in gar keinem Fall. Diese Spielklasse wäre für unseren Verein einige Nummern zu groß. Ich habe immer gesagt, dass wir gut damit fahren, in der Spitzengruppe der Bezirksliga mitzumischen. Jetzt hat die Mannschaft sportliche Fakten geschaffen und sich die Herausforderung Landesliga verdient. Das ist für uns aber auch das Höchste der Gefühle.

Klingt immer noch so, als ob die Landesliga Dir etwas Kopfzerbrechen bereitet.

Kühn Das kann ich gar nicht leugnen. Ich bin in der Hinsicht sehr realistisch. Nur, weil wir demnächst wahrscheinlich in der Landesliga spielen, werden uns die Leute nicht plötzlich die Bude einrennen. Und die Derbys gegen Rheingold, Vrasselt und Rees, die uns immer viele Zuschauer eingebracht haben, fallen zunächst einmal weg.

Du bist nicht nur Vorsitzender des RSV Praest, sondern giltst im Dorf auch noch als ungekrönter Party-König. Vor vier Jahren war Michael Wendler anlässlich der Eröffnung des Volksbank-Stadions in Praest. Schaut der Schlagerkönig bei der anstehenden Meisterfeier noch einmal vorbei ?

Kühn Mit einer Meisterfeier haben wir uns noch nicht beschäftigt. Falls wir vor dem letzten Spieltag bereits als Meister feststehen sollten, werden wir mit dem SV Krechting darüber reden, ob wir die Partie auf Samstag vorverlegen können. Dann könnten wir am 9. Juni mit den Fußballfreunden, die uns all' die Jahre treu begleitet haben, auf die Landesliga anstoßen. Ob dann auch noch ein Kracher kommt — da müssen wir uns mal überraschen lassen.

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(RP)