Niederrhein: Rennspektakel avanciert zum Dauerbrenner

Radsport : Rennspektakel avanciert zum Dauerbrenner

Seit 1998 gibt es das Rennen „Rund ums Tönnissen-Center“ in Kleve. Am 9. September steigt die 20. Ausgabe. Viele namhafte Fahrer haben sich bisher in die Siegerliste eingetragen.

Da sitzen sie also. Die fünf Herren, die die 20. Ausgabe des Klever Radrennens planen: Rudi Tönnissen, Hans-Peter Roeloffs, Corny Aben, René Heister und Robin Schumann. Sie erzählen von dem, was war, was ist und wie die Zeit ihr Radrennen „Rund ums Tönnissen-Center“ verändert hat. Nur eines ist geblieben – heute wie damals: die Leidenschaft fürs Radfahren. Sonntags traten sie nämlich schon immer in die Pedale. „Zugegeben“, sagt Rudi Tönnissen, „heute starten die meisten aus unserer Clique von damals eher beim E-Bike-Rennen als mit der Elite.“ Zu sehen sein wird das 20. Jubiläums-Spektakel am Sonntag, 9. September, ab 11 Uhr – natürlich rund ums Tönnissen-Center.

Das „wie immer“ nahm 1997 mit den ersten Plänen, Ideen und Radsportverrückten seinen Lauf. 1998 stieg das erste Rennen vor der Haustür von Rudi Tönnissen und seines Bruders Helmut. „Es war mühsam“, sagt der Initiator. „In jedem folgenden Jahr lief’s aber besser. Wir haben einfach immer weiter gemacht. Schließlich hat jeder ja so sein Ding. Und bei uns ist es eben das Radfahren.“

Damals, inmitten der Ära Jan Ullrich, stand die DJK Kellen noch als Veranstalter an ihrer Seite. Hier und da wurden ein paar Freunde und Nachbarn zusammengetrommelt, um Streckenposten zu besetzen und bei den Vorbereitungen zu helfen. Die Radler-Mannschaft aus Prag übernachtete in einem leerstehenden Raum des Tönnissen-Centers auf Matratzen. „Heute ziehen sie ins Rilano Hotel“, sagt Rudi Tönnissen. Gerne erinnert er sich an die Anfänge des Rennens und hofft, dass auch der Radsport-Nachwuchs von dieser Leidenschaft angesteckt wird. „Die Veranstaltung wurde nicht nur immer größer und bekannter, sondern auch stetig professioneller“, sagt Hans-Peter Roeloffs, erster Vorsitzender der Radrenngemeinschaft Kleverland, welche mittlerweile als Veranstalter mit im Boot sitzt. Aus den befreundeten Streckenposten wurden Verkehrskadetten. THW und Feuerwehr sowie die Stadt Kleve – Ordnungsamt und Fachbereich Sport – stemmen jedes Radrennen aufs Neue mit. „Ihnen allen gilt unser besonderer Dank“, sagt Tönnissen. Starke Fahrer und große Namen haben in den vergangenen 20 Jahren die Schlagzeilen gefüllt. Jens Voigt stand 2006 als Sieger auf dem Treppchen, Phil Bauhaus sieben Jahre später. Tour-Etappensieger Simon Geschke war im vergangenen Jahr am Start. „Das Rennen hat einen guten Ruf, das Programm bietet für Elite- wie Hobbyfahrer beste Startbedingungen“, sagt der Sportliche Leiter, Robin Schumann.

Corny Aben, Schatzmeister der Radrenngemeinschaft Kleverland, hebt hervor, mit wie viel Engagement die Veranstaltung lebendig geblieben ist. „Es waren einmal zwei Brüder. Sie suchten nach einer Werbeidee für das gemeinsame Einkaufscenter. Und da einer der beiden ein leidenschaftlicher Hobbyrennfahrer war, lag die Idee eines Radrennens rund um ihr Einkaufscenter nah.“ An den 20. Geburtstag dachte damals wohl niemand. Heute feiern ihn alle mit Stolz.

(RP)