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Motorsport: Nico und der F-Schacht

Motorsport : Nico und der F-Schacht

Der Emmericher Formel 1-Pilot Nico Hülkenberg soll am kommenden Sonntag beim Williams-Heimspiel im englischen Silverstone in die Punkteränge fahren. Ein kleiner Schalter spielt dabei eine wichtige Rolle.

Technische Details entscheiden im Motorsport häufig über Sieg und Niederlage und damit letztlich auch über sehr viel Geld. Für die zweite Saisonhälfte in der Formel 1, die am kommenden Sonntag mit dem Rennen in Silverstone eingeläutet wird, hat sich der britische Williams-Rennstall einiges vorgenommen.

Unter anderem ist in den Oxford in den vergangenen Tagen ein neuer Sitz für Nico Hülkenberg gebaut worden. Denn der 22-jährige Emmericher soll ab sofort den so genannten "F-Schacht" einsetzen. Dabei handelt es sich um eine Art Windkanal, der den Heckflügel belüftet und damit eine bessere Aerodynamik bewirkt — das bringt wertvolle Zehntelsekunden.

Bislang hatte Hülkenberg das Problem, den kleinen Schalter des Luftschachts mit dem Knie nicht richtig betätigen zu können. Sein Teamkollege Rubens Barrichello war hingegen zuletzt in Valencia mit der neuen Technik, bei der es sich um eine Erfindung des McLaren-Rennstalls handelt, auf den vierten Platz vorgefahren. "Rubens sitzt etwas anders im Auto und hatte bisher einen besseren Winkel für das System. Für mich hat das Team jetzt die entsprechenden Korrekturen vorgenommen", erklärt Hülkenberg, der am Sonntag zum zweiten Mal im bisherigen Saisonverlauf in die Punkteränge fahren möchte.

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Auch ein neuer "Wunder-Auspuff"

"Unser Ziel für das Rennen in Silverstone lautet, beide Autos in die ersten Zehn zu bringen", kündigt Williams-Technikchef Sam Michael selbstbewusst an. Der junge Emmericher und sein brasilianischer Teampartner können im zehnten Rennen erstmals ein weiteres Wundermittel einsetzen, das die Williams-Boliden nach vorne bringen soll. Im "Großen Preis von England" kommt eine neue Auspuffanlage zum Einsatz, die die Abgase auf den Diffusor bläst und damit ebenfalls die Aerodynamik verbessert.

In Valencia hatte Nico Hülkenberg, der im Qualifying eine glänzende Vorstellung geliefert hatte, eine Platzierung in den Top Ten nur um Haaresbreite verpasst. Wegen eines technischen Defekts hatte der 22-Jährige, der zu diesem Zeitpunkt aussichtsreich im Rennen lag, acht Runden vor Schluss aufgeben müssen. "Irgendetwas ist im hinteren Teil angebrannt", hatte der Pechvogel nach dem Rennen in Spanien kopfschüttelnd festgestellt. Die Techniker im Williams-Werk in Oxford haben die Ursache inzwischen herausgefunden: Ein gebrochenes Auspuff-Endrohr war dem "Rookie" zum Verhängnis geworden.

(RP)