Lokalsport: Nico Hülkenbergs gebrauchtes Wochenende

Lokalsport : Nico Hülkenbergs gebrauchtes Wochenende

Formel 1: Der Emmericher fliegt beim Großen Peis von Ungarn nach einem Rempler von Kevin Magnusson von der Strecke.

Eine Runde vor Rennende wurde der R.S.17 in die Garage geschoben. Der Arbeitstag von Nico Hülkenberg auf dem Hungaroring endete damit vorzeitig. Wenige Sekunden später wurde auch das letzte Kapitel in einem Privatkrieg zwischen dem Emmericher und Kevin Magnussen geschrieben. Der Däne in Diensten des Haas-Rennstalls bekam eine Strafe von fünf Sekunden, weil er Hülkenberg bei einem Überholversuch von der Piste gedrängt hatte.

Nur ein schwacher Trost für den Renault-Piloten, der ein gebrauchtes Wochenende beim Großen Preis von Ungarn erwischte. Alles in allem scheint Renault aber auf dem richtigen Weg zu sein. Denn sowohl im Qualifying als auch im Rennen erwies sich der R.S.17 als konkurrenzfähig. Dass es im letzten Rennen vor der Sommerpause keine Punkte gab, lag gleich an mehreren unglücklichen Umständen.

Das Qualifying lief im Prinzip erneut gut. Mit der siebtschnellsten Zeit beendete der 29-Jährige die Qualifikation und war somit der beste Fahrer hinter den sechs Piloten der drei Top-Teams Ferrari, Mercedes und Red Bull. Doch die eigentlich gute Ausgangslage wurde durch einen Getriebewechsel getrübt. Denn dadurch erhielt er eine Strafe. In der Startaufstellung ging es fünf Plätze nach hinten. "Ich bin sehr zufrieden, mehr ist einfach nicht drin", meinte der Emmericher nach der Qualifikation.

Nach dem Start kam es dann in der ersten Runde direkt zu einer Berührung zwischen Hülkenberg und Romain Grosjean (Haas). Die Rennkommissäre leiteten eine Untersuchung ein, verhängten dann aber keine Strafe. Der Emmericher hing dann auf Position zwölf hinter seinem Teamkollegen Jolyon Palmer fest. In der 19. Runde entschied sich Renault für Teamorder und Hülkenberg übernahm Platz elf hinter Esteban Ocon. Auf den Force India schloss er auf, kam am mit Mercedes-Power befeuerten Boliden aber nicht vorbei. Am Teamradio forderte Hülkenberg den sogenannten Undercut, doch Renault entschied sich genau anders. Während Ocon in der 36. Runde zum Pitstopp kam, steuerte Hülkenberg erst in der 47. Runde die Box an.

Mit einem normalen Stopp wäre er an Ocon wohl vorbeigekommen und hätte dann auch Punkte eingefahren, doch der Reifenwechsel entwickelte sich zu einer Katastrophe. Der Mechaniker bekam den rechten Vorderreifen nicht von der Achse. Erst nach quälenden Sekunden ging es weiter. Als Zwölfter reihte sich der Emmericher wieder auf der Strecke ein. "Das ist schon bitter, man sitzt im Auto und leidet mit", meinte Hülkenberg. "Man kann aber jetzt nicht pauschal sagen, dass das ein Fehler des Mechanikers war, da kann auch der Schlagschrauber schuld sein."

(RP)
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