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Motorsport: Nico Hülkenberg verhandelt mit Sauber

Motorsport : Nico Hülkenberg verhandelt mit Sauber

Der Emmericher Formel 1-Pilot präsentierte sich auch im gestrigen "Großen Preis von Japan" in Bestform. Der 26-Jährige erreichte den sechsten Platz. Vieles spricht dafür, dass er auch im nächsten Jahr für den Schweizer Rennstall fährt.

Welch ein Geburtstagsgeschenk für Peter Sauber ! Der Besitzer des gleichnamigen Schweizer Rennstalls wurde gestern 70 Jahre alt. Und ausgerechnet an seinem Ehrentag fuhren beide Formel 1-Piloten erstmals in der laufenden Saison gemeinsam in die Punkteränge. Der Emmericher Nico Hülkenberg präsentierte sich im "Großen Preis von Japan" erneut in Höchstform und landete auf dem sechsten Platz. Auf Rang sieben folgte sein Teamkollege Esteban Gutierrez – der junge Mexikaner fuhr damit die ersten sechs Punkte in seiner Formel 1-Laufbahn ein.

Und es sieht ganz danach aus, als sollte Nico Hülkenberg seinem Seniorchef in dieser Woche noch höchstpersönlich nachträglich gratulieren. Nicht nur das – als zweites Geburtstagsgeschenk könnte der Emmericher einen Kugelschreiber mitbringen und seine Unterschrift unter einen neuen Vertrag setzen. Der 26-jährige hatte noch vor einigen Wochen eine Zukunft beim Schweizer Sauber-Rennstall ausgeschlossen, nachdem dieser zwischenzeitlich in die finanzielle Schieflage geraten war.

Doch inzwischen naht offenbar die Rolle rückwärts. Am Rande des Rennens in Suzuka sickerte durch, dass der Emmericher in dieser Woche Vertragsverhandlungen mit seinem aktuellen Arbeitgeber führen wird. Die Gründe für die Kehrtwende liegen auf der Hand. Zum einen ist Sauber wieder flüssig, nachdem eine russische Sponsorengruppe eingestiegen ist. Und offenbar hat der Rennstall das Geld sinnvoll angelegt und sofort in die Verbesserung des "C 32"-Boliden investiert. Nico Hülkenberg hat jetzt endlich das "schnelle Auto", das er sich so sehnlich gewünscht hat.

Spätestens seit gestern steht fest, dass es sich beim vierten Platz, den der Emmericher eine Woche zuvor beim Großen Preis in Südkorea erzielt hatte, nicht um eine Eintagsfliege gehandelt hat. In Suzuka mischte Hülkenberg erneut munter im Konzert der Großen mit. 32 Punkte aus den vergangenen vier Rennen sprechen eine deutliche Sprache – zuvor hatte es in elf Grand Prix gerade einmal zu mickrigen sieben Zählern gereicht.

Mit dem vorläufigen Bekenntnis zu Sauber setzt Nico Hülkenberg auch den britischen Lotus-Rennstall unter Druck. Dessen Teamchef Eric Boullier betonte zwar gestern im Interview mit dem Fernsehsender Sky, dass er sich für die Saison 2014 ein Fahrerduo Hülkenberg und Romain Grosjean vorstellen könne – eine verhältnismäßig klare Absage an den Mitbewerber Felipe Massa, der sich nach seinem Rauswurf bei Ferrari einen neuen Arbeitgeber suchen muss. Doch eventuell hat sich Boullier im Vertragspoker verzockt und sich in Sachen Hülkenberg zu viel Zeit gelassen.

Der 26-Jährige hatte angekündigt, bis Ende Oktober Klarheit in Sachen sportlicher Zukunft haben zu wollen – vielleicht hat er sie nach dem Gespräch mit Geburtstagskind Peter Sauber schon in dieser Woche. Gestern zeigte sich Nico Hülkenberg wie so oft in den vergangenen Wochen rundum zufrieden – zumindest fast. "Es ist zwar etwas schade, dass mich Kimi Räikkönen noch in der letzten Runde überholt hat. Aber wenn ich überlege, wie sich meine Reifen zum Schluss angefühlt haben, ist Platz sechs ein tolles Ergebnis. Ich musste wieder einmal volles Hörnchen fahren und bin zuversichtlich, dass wir in zwei Wochen auch in Indien punkten können", meinte der Emmericher.

Überglücklich zeigte sich auch Sauber-Chefingenieur Tom McCullough nach dem Rennen: "Beide Piloten haben Punkte gesammelt. Das ist ein fantastisches Resultat für das ganze Team. Ich hoffe, dass unser Chef seinen 70. Geburtstag genießen kann."

(RP)