Nico Hülkenberg startet in Barcelona.

Formel 1 : Hoffnung auf positiven Neustart

Motorsport, Formel 1: Zum Auftakt der Europa-Saison erinnert sich Nico Hülkenberg an einen früheren Erfolg in Barcelona. Renault bringt einige neue Teile an die Strecke, darunter Aeroteile für den Frontflügel und ein neues Heck.

Alles neu macht der Mai. Den Titel dieses Volksliedes hat sich auch Renault zum Auftakt der Europa-Saison auf die Fahnen geschrieben. „Alles in allem war es ein schwieriger Start für uns in die Saison“, meint Teamchef Cyril Abiteboul. „Der große Preis von Aserbaidschan hat dann noch mal einen draufgesetzt, nach einigen Rennen, die nicht unseren Erwartungen entsprochen haben. Wir wissen, dass wir zu viel mehr fähig sind. Wir brauchen ein sauberes Wochenende, um alles aus unserem Potenzial heraus zu holen. Der Europa-Auftakt ist für uns die Möglichkeit zum Neustart.“

Eben dieser Neustart soll am Wochenende in Barcelona gelingen. Der Circuit de Catalunya ist ein alter Bekannter. Denn seit Jahren werden dort die Wintertests der Formel 1 durchgeführt. „Es gibt dort die Kombination von schnellen und langsamen Kurven, langen und kurzen Geraden. So erhält man alle Faktoren, um zu sehen, wie sich das Auto verhält“, erklärt Nick Chester, der als Technischer Direktor bei Renault die Abteilung Chassis leitet. „Wir haben in den zwei Wintertests viele Kilometer heruntergespult, so dass wir am Ende ein solides und verlässliches Setup für Barcelona hatten. Das sollte uns Selbstvertrauen geben, dass wir es nach Baku besser machen.“

Wird Nico Hülkenberg auf Barcelona angesprochen, kramt er gute Erinnerungen hervor. Allerdings ist das schon elf Jahre her. „In meiner Zeit in der Formel 3 habe ich auf dem Kurs mal ein Rennen gewonnen, das war im Jahr 2008“, so der Emmericher, der in seiner Formel-1-Karriere in Katalonien nicht unbedingt Bäume ausgerissen hat. So holte er in seinen bisherigen acht Starts gerade einmal zusammen zehn Punkte beim Großen Preis von Spanien. Doch der Emmericher sieht auch andere positive Dinge: „Die Fans in Spanien sind jedes Jahr exzellent. Sie sind sehr laut und haben eine Menge Leidenschaft für Motorsport.“

Hülkenberg spricht übrigens genau wie sein Chef von einem schwierigen Start ins Jahr. „Ganz offensichtlich war Baku kein gutes Wochenende für uns“, erinnert der 31-Jährige noch mal an das Debakel von vor zwei Wochen. „Ich habe mein Bestes gegeben und bin sehr hart gefahren, aber wir haben überhaupt keine Entwicklung nach vorne gemacht. Die Saison ist sehr lang und ich hoffe, es war halt ein Wochenende, das mal vorkommen kann.“

Aktuell liegt Renault in der Konstrukteurswertung nur auf dem siebten Platz. Viel zu wenig für die Ambitionen des Werksteams. Der Rückstand auf Rang vier beträgt allerdings auch nur sechs Punkte. „Wir wissen, dass das Mittelfeld eng ist. Aber dadurch ergeben sich auch Möglichkeiten. Wir haben gesehen, wie schnell sich die Dinge ändern können“, meint Abiteboul. Für Barcelona hat der französische Rennstall dann auch einige Modifikationen und Neuerungen im Gepäck. „Wir haben ein paar Aeroteile für den Frontflügel und das Heck des Autos“, kündigt Chassis-Chef Chester an. „Außerdem gibt es einige mechanische Änderungen, um die Balance des Autos zu verbessern. Zu diesem Zeitpunkt gibt es ein Entwicklungsrennen zwischen den Teams. Aber wir werden hart pushen, um jedes Wochenende das Beste aus dem Auto heraus zu holen.“

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